Eine Blaumeise (Cyanistes caeruleus) ist in einem Garten in Sieversdorf (Brandenburg) zu sehen. | Bildquelle: dpa

Wahl zum Vogel des Jahres Erstmals dürfen alle abstimmen

Stand: 09.10.2020 14:21 Uhr

Der eine liebt seine Meise, der andere schwärmt für die Gans: Zum ersten Mal sind alle Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, den Vogel des Jahres mitzubestimmen. Vorkenntnisse sind nach Angaben der Veranstalter nicht nötig.

Zum ersten Mal in 50 Jahren darf die Bevölkerung den Vogel des Jahres selbst wählen. Seit 1971 vergeben Naturschutzverbände den Titel, zum runden Jubiläum im kommenden Jahr haben sie jedoch das Verfahren geändert: Ab sofort können Vogelfreunde im Internet für ihren Lieblingsvogel abstimmen.

Alle könnten mitmachen, sagte der Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) im bayerischen Hilpoltstein, Norbert Schäfer. "Hierfür braucht es keine besonderen Vorkenntnisse, nur den einen Vogel, der einem am Herzen liegt."

Mit dem Wanderfalken ging alles los

Zum ersten Vogel des Jahres hatten LBV und der Naturschutzbund Deutschland 1971 den Wanderfalken gekürt. In diesem Jahr trägt die Turteltaube diesen Titel - sie steht als gefährdete Art auf der weltweiten Roten Liste. 45 Prozent der heimischen Brutvogelarten gelten nach Angaben der Naturschützer in Deutschland als gefährdet. Besorgniserregend sei vor allem die Situation der ehemaligen Vögel des Jahres - Kiebitz, Rebhuhn und Feldlerche.

Bis 15. Dezember können Interessierte nun unter 307 Vogelarten ihren Kandidaten für den Vogel des Jahres 2021 nominieren. Die zehn Vögel, die die meisten Stimmen erhalten, stehen dann vom 18. Januar bis zum 19. März im Finale zur Wahl. Sieger kann nach LBV-Angaben auch ein Vogel werden, der bereits einmal Vogel des Jahres war. Eisvogel, Feldlerche und Weißstorch haben in den vergangenen 50 Jahren auch schon zwei Titel errungen.

Über dieses Thema berichtete SWR2 Impuls im Hörfunk am 09. Oktober 2020 um 16:05 Uhr.

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