BUND schlägt Alarm Wald im Stress

Stand: 24.07.2019 14:25 Uhr

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland warnt vor massiven Schäden am deutschen Wald. Trockenheit, Schädlinge und Überdüngung hätten schon jetzt vielen Bäumen stark zugesetzt.

Die Klimakrise könnte nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zu einem "Waldsterben 2.0" führen. Infolge der anhaltenden Trockenheit und Hitze der vergangenen Jahre spitze sich die Situation dramatisch zu, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger:

"Wir befinden uns in einer Situation, wie wir sie nach dem erfolgreichen Kampf gegen das Waldsterben Anfang der 1980er-Jahre nicht für möglich gehalten hätten".

Vor allem Monokulturen sind anfällig

Die Bäume seien durch Luftschadstoffe und Überdüngung geschwächt, der Waldboden ausgedorrt. Betroffen seien besonders Monokulturen von Nadelbäumen in Süd- und Nordostdeutschland. Auch einige Buchenwälder seien durch den Klimastress so geschwächt, dass die Bäume ihr Laub frühzeitig abwerfen oder gar absterben.

Die Zeichen sind bereits zu sehen

"Wir befinden uns im Wettlauf mit der Zeit. Wenn wir jetzt nicht die Ursachen bekämpfen, verlieren wir unsere heutigen Wälder", so Weiger. Das könnte auch unabsehbaren Folgen für die Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen haben.

Der Wandel hat laut dem BUND-Vorsitzenden schon begonnen. Waldbrände in den Alpen im Februar und in Brandenburg im April habe es früher nicht gegeben. Dies seien alarmierende Zeichen.

Neue Wälder neuer Art sind nötig

In einem zehn Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog fordert der Umweltverband unter anderem, wieder mehr Laubmischwälder zu pflanzen, Forstpersonal einzustellen und Reh- und Rotwild stärker zu bejagen. "Wald muss vor Jagd gehen", sagte Weiger. Die hohen Rehwildbestände in den Wäldern gefährdeten die Wiederaufforstung, weil das Wild die Setzlinge und Triebe fresse.

Mischwälder sind widerstandsfähiger

Zudem sollten mittelfristig fünf und langfristig zehn Prozent der Wälder in Deutschland zu Naturwäldern deklariert werden, die nicht bewirtschaftet sind. Derzeit liege der Anteil bei 2,6 Prozent.

Zuletzt hatte auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Programm zur Wiederaufforstung in Deutschland gefordert. Ihrem Ministerium zufolge werden mehrere Millionen Bäume benötigt, um den Verlust von insgesamt 110 Tausend Hektar Wald auszugleichen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 24. Juli 2019 um 14:36 Uhr.

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