SPD-Chef Norbert Walter-Borjans | Bildquelle: AFP

Umgang mit Corona-Krise Walter-Borjans kritisiert Spahn

Stand: 10.08.2020 07:58 Uhr

Seit zwei Tagen gilt Testpflicht für Urlauber, die in Corona-Risikogebieten waren. Das reiche nicht, sagt SPD-Chef Walter-Borjans. Er wirft Gesundheitsminister Spahn Fehler vor und warnt vor einem neuen Lockdown.

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schwere Versäumnisse im Umgang mit der Corona-Pandemie vorgeworfen.

Die "vollmundige Selbstvermarktung" des Ministers könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass an vielen Stellen Testkapazitäten fehlten, sagte Walter-Borjans der "Süddeutschen Zeitung". Zudem ließen Testergebnisse so lange auf sich warten, dass Betroffene "gegen ihren Willen zum Infektionsrisiko" würden.

"Lockdown würde Land an Grenze der Belastbarkeit bringen"

Walter-Borjans bezeichnete es auch als Fehler, dass nur Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten sich einem obligatorischen Test unterziehen lassen müssen, während andere Rückkehrer lediglich unverbindlich zu einem Test eingeladen werden. "Zum erfolgreichen Umgang mit der Pandemie gehört nicht nur der Auftritt vor der Kamera, sondern auch das Klein-Klein der Umsetzung", sagte der SPD-Vorsitzende." Das ist aber ganz offenbar nicht Sache des Bundesgesundheitsministers." 

Walter-Borjans warnte vor einem erneuten "wirtschaftlichen Lockdown" in Deutschland. Dieser würde das Land an die Grenze der Belastbarkeit und möglicherweise darüber hinaus bringen, sagte er.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. August 2020 um 23:00 Uhr.

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