Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil | Bildquelle: dpa

Suche nach SPD-Vorsitz Weil kritisiert Auswahlverfahren

Stand: 17.08.2019 10:11 Uhr

Mit Olaf Scholz bekommt die SPD-Kandidatensuche noch einmal eine neue Wende: Doch nicht alle sind mit dem Auswahlverfahren zufrieden. Niedersachsens Ministerpräsident Weil spricht von "spürbarer Verunsicherung".

Niedersachsens sozialdemokratischer Ministerpräsident Stephan Weil hat das Auswahlverfahren für den SPD-Parteivorsitz kritisiert. "Optimal ist das ganz bestimmt nicht, was wir gerade erleben", sagte Weil im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Am Anfang habe es fast nur Aussagen gegeben, wer nicht zur Verfügung stehe, aber nicht umgekehrt, kritisierte Weil. Das präge nun das gesamte Verfahren und habe bereits zu einer "spürbaren Verunsicherung" bei den Mitgliedern geführt.

Auch dauere der Auswahlprozess "zu lange, aber so ist es nun einmal in den Gremien beschlossen worden".

Wechsel nicht endgültig ausgeschlossen

Er selbst habe zwar keine Ambitionen, nach Berlin zu gehen, bekräftigte Weil. Endgültig ausschließen wollte er einen Wechsel aber auch nicht. Es gebe viele Politikerinnen und Politiker, "die bitter bereuen, dass sie vorschnell einen solchen Satz bejaht haben, und dann überrascht gewesen sind von den folgenden Entwicklungen", sagte Weil.

Auf die Frage, ob er damit Vizekanzler Olaf Scholz meine, der eine Kandidatur für den Parteivorsitz zunächst ausgeschlossen hatte und nun doch antreten will, sagte Weil: "Ich möchte keine Haltungsnoten für einzelne Parteifreunde abgeben, das muss am Ende des Tages jeder mit sich selbst ausmachen."

Frist bis zum 1. September

Die Bewerbungsfrist bei der SPD läuft noch bis 1. September. An diesem Tag muss die SPD zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen fürchten. Die neue SPD-Spitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden. Die formal nötige Unterstützung aus der Partei für eine offizielle Bewerbung hatten sich als erstes Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann gesichert.

Insgesamt sind es bislang 13 Kandidatinnen und Kandidaten. Ihre Bewerbung angekündigt haben auch die Duos Gesine Schwan/Ralf Stegner, Simone Lange/Alexander Ahrens, Boris Pistorius/Petra Köpping auch Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann sowie die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer.

Zudem wollen sich der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, und der frühere Bundestagsabgeordnete Hans Wallow als Einzelkandidaten bewerben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. August 2019 um 09:50 Uhr.

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