Hände einer alten Frau | Bildquelle: dpa

Weltalzheimertag Das schleichende Vergessen

Stand: 17.09.2018 13:46 Uhr

In Deutschland leiden mehr als eine Million Menschen unter Alzheimer. Bislang ist die Krankheit unheilbar. Experten fordern eine intensivere Forschung. Denn die Zahl der Erkrankten wird weiter steigen.

Betroffene ringen um Worte, erkennen die Familie nicht mehr. Alois Alzheimer erklärte dieses Vergessen vor mehr als 100 Jahren erstmals mit Hirnveränderungen. Die Erkrankung des Gehirns führt zum Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Sprache, Urteilsfähigkeit und Orientierung sowie zum Absterben oder einer starken Schädigung von Gehirnzellen vor allem in der Hirnrinde. Weil die Betreuung in Deutschland oft nicht ausreicht, suchen Angehörige nach Alternativen im Ausland.

Alzheimer - "Das Dorf der Vergesslichen"
tagesschau24 11:00 Uhr, 17.09.2018, Jenni Rieger, SWR

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Routine und Rituale

Silke Steinke von der Alzheimer Gesellschaft in Hamburg sieht solche Einrichtungen wie in Thailand kritisch. Einerseits sei die Betreuung dort häufig enger und intensiver als in Deutschland, und in Thailand würde man Alter und Gebrechlichkeit anders bewerten als in Deutschland. Fraglich sei aber, ob Routine, Familie und bestimmte Rituale, die für die Kranken wichtig seien, gewährleistet werden könnten.

Experten fordern mehr Mittel für die Forschung

Mehr als 1,6 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Demenz, zwei Drittel davon Alzheimer. Bis 2050 wird bei steigender Lebenserwartung mit drei Millionen Demenzpatienten gerechnet. Angesichts der steigenden Zahl haben Experten mehr Anstrengungen in der Forschung gefordert.

Notwendig sei eine deutlich größere finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand für die Forschung mit Betroffenen, um Therapien zu finden, erklärt Isabella Heuser. Erst wenn Menschen mit einer leichten Störung der Denkleistung von Therapien deutlich profitierten, könne "von einem Durchbruch gesprochen werden". "So weit sind wir noch nicht", sagt Heuser. Die Euphorie über eine möglichst schnell verfügbare ursachenbezogene Behandlung sei verflogen und habe einer realistischeren Einschätzung Platz gemacht.

Warnung vor Unterversorgung

Zwar gibt es demnach Fortschritte in der Frühdiagnostik. Die Krankheit kann heute mithilfe sogenannter Biomarker schon in einem frühen Stadium diagnostiziert werden, noch bevor eine Demenz vorliegt. Bis heute kann Alzheimer aber nicht geheilt oder zumindest eingedämmt werden.

Die Hirnliga, die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie warnen vor einer Unterversorgung der Betroffenen. Es gebe nach wie vor zu wenig geschultes Personal in den Betreuungseinrichtungen. In vielen Heimen würden freiheitseinschränkende Maßnahmen und Psychopharmaka noch zu oft, alternative Therapieangebote hingegen zu selten genutzt.

Der Welt-Alzheimertag am Freitag steht in diesem Jahr in Deutschland unter dem Motto "Demenz - dabei und mittendrin". Damit soll dafür geworben werden, dass Menschen trotz Demenz am normalen Leben teilhaben und etwas Sinnvolles tun können.

Was ist Demenz, was ist Alzheimer?

Als Demenz bezeichnet man in der Medizin einen andauernden oder fortschreitenden Zustand, bei dem die Fähigkeiten des Gedächtnisses, des Denkens oder anderer Leistungsbereiche des Gehirns beeinträchtigt sind. Oft kommt es auch zu Veränderungen des zwischenmenschlichen Verhaltens und des Antriebs. Der Begriff "Demenz" steht selbst nicht für eine bestimmte Krankheit. Demenz kann viele Ursachen haben.
Dabei ist die Alzheimer-Krankheit (benannt nach dem Neurologen Alois Alzheimer) die häufigste: Rund 60 Prozent aller Demenzen werden durch sie hervorgerufen. Sie führt dazu, dass in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich Nervenzellen und Nervenzellkontakte zugrunde gehen. Zum Krankheitsbild gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit.

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. September 2018 um 11:00 Uhr.

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