Sonne und Ähren | Bildquelle: dpa

Wetterbilanz Frühjahr 2020 Zu sonnig - zu trocken

Stand: 29.05.2020 15:22 Uhr

Zum siebten Mal zu trocken - so lautet die Frühjahrsbilanz des Deutschen Wetterdienstes. Die Sonne schien so oft wie zuvor nur 2011, und warm war es auch. Der äußerste Süden war überraschend arm an Sonnenschein.

Reichlich Sonne, aber an vielen Orten viel zu wenig Regen: Das Frühjahr 2020 war in Deutschland eines der sonnigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und - wie bereits in den Vorjahren - ziemlich warm.

Mit 9,2 Grad lag der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner vorläufigen Bilanz schreibt.

Sonne und Strandkörbe | Bildquelle: dpa
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Einsame Strände zu Corona-Zeiten: Nur wenige Menschen genieߟen die strahlende Sonne an einem kleinen Strand an der Flensburger Förde bei Glücksburg.

Besonders trocken im Osten

Gleichzeitig war das Frühjahr erneut deutlich zu trocken. Mit rund 108 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fielen im Frühjahr 2020 nur gut 50 Prozent des vieljährigen Durchschnitts. Damit war der diesjährige Frühling unter den sechs niederschlagsärmsten seit 1881 und zum siebten Mal in Folge zu trocken.

Vor allem im Osten fehlte der Regen. So kam im Thüringer Becken, im Lee des Harzes sowie an der vorpommerschen Küste mit örtlich weniger als 45 Litern Niederschlag pro Quadratmeter teilweise nicht einmal ein Drittel des Solls zustande.

Lee- und Luvseiten

An den Luv- bzw. Stauseiten im Westen eines Gebirges fallen meist ergiebige Niederschläge. Auf den Leeseiten lösen sich die Wolken auf

Mespelbrunn im Spessart meldete am 11. Mai mit 77,2 Litern pro Quadratmeter hingegen die bundesweit höchste Tagessumme. Insgesamt fiel am unmittelbaren Alpenrand sowie im südlichen Schwarzwald mit bis zu 320 Litern pro Quadratmeter der meiste Niederschlag.

Am wenigsten Sonne im äußersten Süden

Doch während der Regen zu oft ausblieb, ließ sich die Sonne reichlich blicken: Die Sonnenscheindauer kam mit etwa 705 Stunden auf rund 150 Prozent ihres Solls von 467 Stunden, berichtete der DWD. Damit war der Frühling 2020 mit 2011 das sonnigste Frühjahr seit Messbeginn 1951.

Die sonnenscheinreichen Gebiete lagen mit bis zu 790 Stunden verstreut in ganz Deutschland. Die sonnenscheinärmste Region war der äußerste Süden mit örtlich weniger als 580 Stunden.

Höchste Temperatur: 29,4 Grad in Lingen

Überdurchschnittliche Werte gab es auch bei den Temperaturen: Einem milden März folgte ein deutlich zu warmer April, der zu den sieben wärmsten Aprilmonaten seit Messbeginn 1881 zählte. Ausgerechnet der "Wonnemonat" Mai zeigte sich leicht zu kühl.

Dennoch verzeichneten einige Stationen im Süden bis zu sieben Sommertage mit mehr als 25 Grad. Den deutschlandweit höchsten Frühlingswert erreichte Lingen im Emsland am 21. Mai mit 29,4 Grad.

Eisige Eisheilige

Zu den sogenannten Eisheiligen sank das Thermometer nachts dagegen verbreitet unter den Gefrierpunkt, so die Auswertung der rund 2000 DWD-Messstationen. An manchen Orten traten im Frühling mehr Frosttage als im vorangegangenen Winter auf. Die bundesweit tiefste Temperatur meldete Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge am 1. April mit minus zwölf Grad.

Der meteorologische Sommer, der am Pfingstmontag beginnt, startet "standesgemäß" mit Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad - Temperaturen ab 25 Grad bedeuten aus meteorologischer Sicht einen Sommertag.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 29. Mai 2020 um 14:30 Uhr.

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