Menschen im schwimmbad | Bildquelle: dpa

Hitze in Deutschland "Ulla" bricht den Juni-Rekord

Stand: 27.06.2019 06:08 Uhr

Mehr als 70 Jahre hielt sich der Hitze-Rekord für den Juni - gestern wurde er gebrochen: In Brandenburg und Sachsen wurden 38,6 Grad gemessen, knapp mehr als 1947 in Baden-Württemberg. Zumindest im Norden kommt aber bald Abkühlung.

Noch nie seit Beginn der Messungen war es in einem Juni an einem Ort in Deutschland so heiß: Im brandenburgischen Coschen an der deutsch-polnischen Grenze wurde gestern der bisherige Juni-Hitzerekord gebrochen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Um 14.50 Uhr war es dort nach vorläufigen Angaben 38,6 Grad heiß. Später wurde die gleiche Temperatur auch aus dem sächsischen Bad Muskau gemeldet.

Der bisherige Rekord für den Monat war schon mehr als 70 Jahre alt: Er wurde am 27. und 28. Juni 1947 mit 38,5 Grad im baden-württembergischen Bühlertal aufgestellt.

Auch in Berlin wurde ein Rekord geknackt. Laut DWD war dort gestern der bislang heißeste Tag des Jahres. Der bisherige Juni-Rekordwert von 36,9 Grad fiel dort ebenfalls. Am Nachmittag war es demnach an der Messstation in Tempelhof bereits 37,3 und in Tegel 37,1 Grad heiß. "Die Temperaturen können im Laufe des Nachmittages noch weiter steigen", erklärte der DWD. Ein neuer Juni-Temperaturrekord wurde auch in Sachsen aufgestellt.

Kreislaufprobleme, Sonnenstiche, Hitzeschlag

Überhaupt lag der Osten Deutschlands heute bei den Temperatur-Höchstwerten vorn. Laut der Nachrichtenagentur dpa nahm die Zahl der Hitzegeschädigten zu, die in Notaufnahmen von Krankenhäusern eingeliefert werden müssen. Kliniken in Brandenburg berichteten von Patienten, die etwa mit Kreislaufproblemen, Sonnenstichen oder Hitzeschlag behandelt werden müssten.

Aufgrund der Kreislaufzusammenbrüche häuften sich auch Stürze und Prellungen, erklärte ein Arzt des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus. Darunter seien nicht nur ältere Leute, sondern auch Jugendliche, die sich zuviel der Sonne aussetzten und nicht ausreichend tränken.

Aufgrund einer besonderen Wetterlage herrschen in Deutschland derzeit ungewöhnlich hohe Temperaturen. Meteorologen hatten es auch für möglich gehalten, dass heute der Allzeitrekord gebrochen wird. Der derzeitige Hitzerekord in Deutschland liegt bei 40,3 Grad. Er wurde im Sommer 2015 in Kitzingen in Bayern bei ähnlichen Bedingungen gemessen.

Ost-Brandenburg erlebt den heißesten Tag seit 1947
tagesschau 20:00 Uhr, 26.06.2019, Uli Meerkamm, HR

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Für die nächsten Tage könnte frischere Meeresluft vorübergehend Abkühlung bringen. Am Donnerstag ist es im Süden und Südwesten bei Höchstwerten von bis zu 37 Grad zwar zunächst noch heiß. Es wird aber ein starkes Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd geben. Im Norden wird es dann laut DWD bei zeitweise dichten Wolken und 18 bis 29 Grad schon deutlich kühler. Am Freitag liegen die Höchstwerte dann nur noch bei 26 bis 33 Grad im Süden und Südwesten. In anderen Regionen sind es sogar nur noch 20 bis 27 Grad. Am Samstag kommt laut DWD aber schon die nächste Welle heißer Saharaluft nach Deutschland.

Waldbrand in Brandenburg

In Brandenburg brachten Einsatzkräfte trotz der anhaltender Hitze den Waldbrand in der Lieberoser Heide unter Kontrolle. Die Situation sei weiterhin stabil, sagte ein Sprecher des Landkreises Dahme-Spreewald. Der Brand werde durch die Einsatzkräfte weiterhin auf eine Fläche von etwa 100 Hektar begrenzt.

Auch bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Waldbrand in einem mit Munition belasteten Gebiet, das sich nach Angaben eines Sprechers des Kreises Ludwigslust-Parchim auf sechs Hektar ausgedehnt hatte. Die Lage habe sich "vorsichtig entspannt", sagte dieser. Probleme könnte aber auffrischender Wind bereiten.

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Hitze in Deutschland

Ein Mann und ein Hund laufen im Tiergarten unter der Wasserfontäne eines Rasensprengers hindurch

Das Hoch "Ulla" sorgt für Temperaturen bis kurz unter die 40-Grad-Marke. In Berlin gibt es zum Beispiel Abkühlung im Tiergarten unter der Wasserfontäne eines Rasensprengers. | Bildquelle: dpa

Wasserknappheit in Ostwestfalen

In Ostwestfalen kämpfen Wasserversorger mit Trinkwasserengpässen. Betroffen sind die Städte Löhne, Bad Oeynhausen sowie einige Gemeinden. Bürger sind aufgerufen, auf das Sprengen ihrer Gärten und das Befüllen von Pools mit Trinkwasser zu verzichten. "Auch das Arbeiten mit Hochdruckreinigern muss unterbleiben", heißt es in dem Aufruf der Stadt. In Bad Doberan an der Ostsee verbog die Sommerhitze die Gleise einer Schmalspurbahn, die "Molli" stand stundenlang still.

Die extreme Hitze macht Obst- und Gemüsebauern ebenfalls das Leben schwer. Frisch gesetzte Pflanzen wie Salat müssten mehr gegossen werden, hieß es bei der der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, das bedeute Zusatzkosten. Zudem bestehe das Risiko einer "Überernte". Die Bauern in Sachsen-Anhalt fahren sogar bereits die ersten Feldfrüchte ein.

Hitzewelle auch in anderen Ländern

Auch in anderen Ländern Europas leiden die Menschen unter der Hitzewelle. In Frankreich warnen die Behörden in dieser Woche vor Temperaturen um die 40 Grad. Wegen hoher Ozonbelastung wurde der Autoverkehr im Großraum Paris eingeschränkt rund 60 Prozent aller Fahrzeuge sind von den Fahrverboten betroffen. In Spanien werden in einigen Landesteilen am Wochenende bis zu 44 Grad erwartet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juni 2019 um 16:00 Uhr.

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