Wassertropfen landen auf einem Gartentisch. | Bildquelle: dpa

DWD warnt vor Trockenheit Das Hoffen auf richtig viel Regen

Stand: 19.01.2020 18:02 Uhr

Im Januar vor Trockenheit zu warnen, klingt etwas ungewöhnlich - doch genau das tut der Deutsche Wetterdienst. Es komme nach wie vor zu wenig Regen, was Landwirten die dritte schlechte Ernte in Folge bescheren könnte.

Frühe Dunkelheit und oft eher trübes Herbst- statt echtes Winterwetter. Da könnte so manchem das Warten auf Frühlingstage und mehr Sonne recht lang werden. Der Deutsche Wetterdienst hofft allerdings auf das genaue Gegenteil: viele Wochen mit viel Regen. Denn ohne deutlich mehr Niederschlag drohen vor allem Landwirten im weiteren Jahresverlauf trübe Aussichten.

Mit ihrer Warnung, dass zu wenig Nasses von oben kommt, beziehen sich die Wetterexperten auf eine "dramatische" Situation, die nach wie vor in tieferen Erdschichten herrscht. Zwar habe sich der Oberboden von den heißen Sommern der vergangenen beiden Jahre erholt. Doch in einer Tiefe von bis zu 1,80 sei der Boden nach wie vor viel zu trocken. Der DWD bezieht sich dabei auf Angaben des Dürremonitors des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung.

Ein Hitzejahr folgt aufs nächste

Der Oberboden habe sich vor allem im Oktober von der Trockenheit erholen können, heißt es vom DWD. Doch für tiefere Schichten habe das nicht ausgereicht. Immerhin gilt 2019 als mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,2 Grad Celsius als das drittwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881.

Laut DWD fielen in den vergangenen beiden Jahren in Ostdeutschland nur zwei Drittel der üblichen Regenmenge. In bestimmten Landesteilen belaufe sich das Defizit 2018 und 2019 sogar auf einen ganzen Jahresniederschlag.

Hirse, Linsen und Hafer bei Bauern im Trend

Infolge des "Dürresommers" 2018 mussten die Bauern und Landwirte nicht nur vor zwei Jahren massive Ernteausfälle hinnehmen, auch im vergangenen Jahr sprach der Bauernverband von einem unterdurchschnittlichen Ertrag bei der Getreideernte. Laut DWD setzen daher immer mehr Bauern auf gegen Trockenheit resistente Anbaupflanzen wie Hafer, Hirse und Linsen.

Und nun müssen die Landwirte offenbar die dritte bedrohte Ernte infolge fürchten. Denn auch 2020 hat mit einer Niederschlagsarmut begonnen, vor allem in Süddeutschland und in der Lausitz seien "kaum zehn bis 20 Liter pro Quadratmeter gefallen", sagte Diplom-Meteorologe Robert Hausen. Hier litten sogar die Oberböden schon wieder unter einer beginnenden Dürre. Lediglich im Südwesten und im Norden von Schleswig-Holstein sei die Lage "einigermaßen entspannt".

Trockenheit bedroht Baumbestand

Was es nun brauche, seien nasse Monate mit großflächigem und lang anhaltendem Regen. Doch der Trend der vergangenen Jahre geht eher zu vereinzeltem Niederschlag, der dafür aber teilweise bis zu Starkregen ausarten kann.

Doch nicht nur für Landwirte könnte es erneut ein schwieriges Jahr werden. Im vergangenen Sommer kam es europaweit zu zahlreichen Waldbränden - von Portugal über Griechenland bis hin zu Schweden. Auch in Deutschland wüteten Feuer, etwa in Brandenburg. Nun könnte ein weiteres Risikojahr auf Einsatzkräfte der Feuerwehr zukommen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Januar 2020 um 18:00 Uhr.

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