Extremes Winterwetter Es wird eisig

Stand: 06.02.2021 22:49 Uhr

Auf Deutschland kommt ein heftiger Wintereinbruch zu - mit massivem Schneefall, eisigen Temperaturen und Glättegefahr. Auswirkungen zeigen sich bereits im Bahnverkehr. Nur der Süden bleibt vorerst verschont.

In weiten Teilen Deutschlands müssen sich die Menschen in den kommenden Tagen auf einen extremen Wintereinbruch einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert eisige Temperaturen, heftigen Schneefall, und im Norden sollen noch Sturmböen hinzukommen.

Die Nordhälfte des Landes ist demnach in den nächsten Tagen von arktischer Polarluft geprägt. Im Mittelgebirgsraum sagt der DWD im Laufe des Samstags bereits ersten Schneefall voraus, im Thüringer Wald sollen es bis zu zehn Zentimeter Neuschnee werden. Der Schneefall soll sich dann zunehmend auch Richtung Norden ausbreiten, gepaart mit Glätte und Frost.

Heftige Sturmböen begleiten Wintereinbruch

Hinzu kommen Sturmböen, die in Niedersachsen und Teilen Nordrhein-Westfalens eine Windstärke von 7 auf der Beaufortskala erreichen können, an der Nordsee eine Stärke von neun. Laut dem hr drohen auf den Nordseeinseln sogar schwere Sturmböen bis hin zu orkanartigen Böen.

Während der Nordoststurm in der Nordsee für massives Niedrigwasser sorgen könnte, da er das Wasser aus der Deutschen Bucht drückt, steht entlang der Ostsee voraussichtlich starkes Hochwasser durch den stürmischen Ostwind bevor.

Bahn schränkt Zugverkehr ein

Bereits jetzt hat die bevorstehende Wetterlage Auswirkungen auf den Verkehr. Die Deutsche Bahn hat die Fernverkehrsverbindungen zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck und auf der Strecke Hamburg und Westerland gestrichen. Auch die Fahrten von Intercity-Zügen zwischen Bremen und Norddeich Mole sowie zwischen Münster und Norddeich Mole fallen aus. Auf der Strecke zwischen Hamburg über Rostock bis nach Binz auf der Insel Rügen wird der Zugverkehr stark eingeschränkt. Intercity-Züge sollen nur vereinzelt fahren. Die Bahn warnt, dass die Einschränkungen wegen der Wetterlage noch zunehmen könnten.

In mehreren Städten hat die Bahn Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Reisende organisiert. Auf diese Weise sei man etwa in Hamburg, Hannover, Münster, Kassel und Leipzig vorbereitet, falls Kunden ihr Reiseziel mit dem Zug nicht mehr erreichen könnten, sagte eine Sprecherin. Auch das Servicepersonal an den Bahnhöfen sei verstärkt worden. Außerdem wolle man Reisenden mit Taxigutscheinen helfen, ihr Ziel womöglich doch noch zu erreichen.

Wer am Wochenende von Ausfällen betroffen ist oder die Fahrt verschieben muss, kann Tickets auch in den kommenden Tagen nutzen oder kostenfrei stornieren. Informationen zu Verbindungen und Zugausfällen erteilt die Bahn auf ihrer Internetseite, per App oder telefonisch unter 0180/6996633.

Berlin öffnet mehr Notunterkünfte für Obdachlose

Auch die Bundesländer wappnen sich teilweise schon für den Wintereinbruch. In Niedersachsen bereiteten sich Feuerwehr und Katastrophenschutz, Polizei sowie Räumdienste auf wetterbedingte Einsätze vor.

In Berlin stehen in den kommenden Tagen mehr Notunterkünfte für Obdachlose zur Verfügung. So bietet unter anderem ein Hostel im Stadtteil Friedrichshain rund 100 zusätzliche Plätze an. Ab Sonntag soll in Reinickendorf eine ehemalige Nervenklinik für die Obdachlosen öffnen. Die Berliner Verkehrsbetriebe stellt Busse bereit, mit denen die Notunterkünfte angefahren werden sollen.

Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee möglich

Denn schon ab Samstagabend soll sich die Wetterlage nach den Erwartungen des Deutschen Wetterdienstes zusehends verschlechtern. Im Norden werden bis Montag bis zu 40 Zentimeter Neuschnee und mehr als einen Meter hohe Schneeverwehungen erwartet. Auch im Münsterland und Südniedersachsen, Nordhessen, Thüringen und dem Harzvorland könnten bis zu 30 Zentimeter Neuschnee fallen.

Nach Angaben des hr wird ab der Nacht entlang und nördlich der Ruhr bis nach Nordhessen sowie in Nordwestthüringen, im Harz und in den südwestlichen Teilen Sachsen-Anhalts bis zum Zittauer Gebirge zudem mit massivem Regen gerechnet - mit Höchstwerten von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden.

Temperaturen tagelang im Minusbereich

Auch die Temperaturen sollen einbrechen:Für den Samstagabend rechnet der DWD im Nordosten des Landes mit einem Absinken auf minus zehn Grad Celsius. Ähnliche Werte werden laut hr voraussichtlich in Sachsen und vor allem im Harz mit einer gefühlten Temperatur von bis zu minus 15 Grad Celsius erreicht.

Ihren sprichwörtlichen Tiefpunkt sollen die Temperaturen aber erst in der Nacht zu Montag erreichen: Im Nordosten könnten sie den Prognosen des DWD zufolge auf etwa minus zwölf Grad Celsius fallen. Der hr sagt für Montag im Osten sogar Tiefstwerte von bis minus 20 Grad Celsius und auf dem Brocken einen Temperaturabsturz auf bis zu Minus -30 Grad Celsius voraus.

Die eisigen Nachttemperaturen sollen demnach bis mindestens Mitte der kommenden Woche anhalten und dann auch nach und nach den Süden des Landes erreichen. Der bleibt vorerst vom Winter aber verschont: Ein Tief von Frankreich nach Benelux lenkt wärmere Luft in die südlichen Landesteile und treibt die Temperatur im Laufe des Tages auf bis zu 15 Grad Celsius hoch. Auch am Sonntag werden hier eher milde Werte von bis zu neun Grad Celsius erwartet. Ab dem Wochenbeginn soll es aber auch im Süden deutlich kälter werden.

Sahara-Staub statt Kälte

Zuvor ist im Süden allerdings noch ein anderes Wetterphänomen zu beobachten: In Teilen Bayerns und Baden-Württembergs färbte Staub aus der Sahara den Himmel gelb-rötlich.

Grund ist laut DWD ein Tiefdruckgebiet über Südwesteuropa. Die entstandenen Winde transportieren Staub aus der Wüste über das Mittelmeer direkt nach Deutschland.

Unwetterwarnung: Wintersturm und viel Schnee im Norden Deutschlands
Dietrich Mohaupt, DLF
06.02.2021 20:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Februar 2021 um 16:00 Uhr.

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