Mit Fotofalle aufgenommener Wolf (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Initiative im Bundesrat Mit einem Plan gegen "Problemwölfe"

Stand: 19.10.2018 13:52 Uhr

Immer mehr Wölfe streifen durch Deutschland - und reißen immer mehr Nutztiere. Mehrere Bundesländer fordern ein nationales Konzept. Danach sollen "Problemwölfe" leichter geschossen werden können.

Seit Jahren steigt in Deutschland die Zahl der Wolfsangriffe auf Nutztiere. In Niedersachsen wurden laut Landesjägerschaft im vergangenen Jahr 403 Tiere getötet oder mussten eingeschläfert werden - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Das "Kontaktbüro Wölfe in Sachsen" meldete 202 getötete Tiere im vergangenen Jahr. Zuletzt waren Anfang Oktober im Landkreis Görlitz 55 Tiere nach einem Angriff verendet.

Auf Initiative von Niedersachsen beriet der Bundesrat nun über den Umgang mit Wölfen. Das Land hatte gemeinsam mit Brandenburg und Sachsen eine Initiative eingebracht. Ziel ist demnach ein nationales Konzept, das auch das Töten problematischer Tiere erleichtert. In den drei Bundesländern gibt es zurzeit die meisten freilebenden Wölfe - und die meisten Meldungen über Zwischenfälle mit diesen Tieren.

#kurzerklärt: Wie gefährlich ist der Wolf?
19.10.2018, Martin Schmidt

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Rechtssichere Tötung erleichtern

"Der Wolf ist ein seltenes Tier, das immer noch unseres Schutzes bedarf", sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies. "Aber für einzelne Problemtiere muss es immer einfache und rechtssichere Möglichkeiten der Entnahme, also der Tötung, geben." Die Belastungen für betroffene Nutztierhalter müssten abgemildert, Schäden bestmöglich ausgeglichen werden, sagte der SPD-Politiker.

Tote Schafe | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Die Zahl der gerissene Tiere steigt. In mehreren Bundesländern werden die Angriffe dokumentiert.

Konkret fordern die drei Länder in ihrem Papier eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. Die dynamische Populationsentwicklung und die große Mobilität der Wölfe mache eine bundesweite Betrachtung erforderlich. Wolf, Menschen und Nutztiere müssten gut nebeneinander leben können. Gefährdungen für Menschen und Übergriffe der Wölfe auf Weidevieh müssten ausgeschlossen werden. Nur so könnten die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht und Ängste abgebaut werden, heißt es in der Initiative.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sagte, derzeit gebe es in Deutschland 600 Wölfe. Jedes Jahr kämen rund 180 hinzu. "Wenn Wölfe sich den Dörfern nähern und Familien mit Kindern Angst haben, ihre Kinder im Sandkasten spielen zu lassen, nehme ich das sehr ernst." Der Deutsche Bauernverband spricht sogar von mehr als 1000 Tieren.

"Kurti" war erst der Anfang

Weil Niedersachsen stark landwirtschaftlich geprägt ist, treffen Wölfe dort auf besonders viele Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Kühe. Entsprechend hoch ist die Zahl der Risse. Die Halter sehen die Weidehaltung in Gefahr, vor allem in der Heide fürchten einige Bürger sogar Angriffe auf Kinder. In der Lüneburger Heide war im April 2016 der bundesweit erste Wolf seit der Rückkehr der Tiere nach Deutschland legal getötet worden.

Auf das im Internet "Kurti" genannte Tier folgte im vergangenen Februar ein Wolf in Sachsen. "Auch wenn der Schutz der Wölfe ein wichtiges Anliegen ist, muss der Mensch auch weiter an erster Stelle stehen", sagte Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU). Sicherheit gehe vor Artenschutz.

Wölfe sind durch EU-Regelungen und das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Sie dürfen nur in seltenen Ausnahmen geschossen werden. Der NABU kritisierte, das Konzept lege den Fokus der Wolfsdebatte auf den Schutzstatus und eine leichtere Entnahme von Wölfen. Tiere, die ein für Menschen kritisches Verhalten zeigten, könnten auch jetzt schon entnommen werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Oktober 2018 um 13:50 Uhr.

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