Firmenlogo von Monsanto | Bildquelle: dpa

Bayer-Tochter Monsanto Verdeckt im Weißen Haus aktiv

Stand: 22.05.2019 09:38 Uhr

Neue Vorwürfe gegen Bayer-Tochter Monsanto: Nach FAKT-Recherchen hat eine Firma im Auftrag von Monsanto im Weißen Haus Informationen gesammelt - verdeckt. Es ging dabei um die Position der US-Regierung zu Glyphosat.

Nach Recherchen von FAKT hat eine Beratungsfirma im Auftrag von Monsanto verdeckt Informationen im Weißen Haus gesammelt. Erkundet wurde dabei offenbar die Position der Trump-Administration zum Pflanzengift Glyphosat. Die Informationsgeber wussten aber nicht, dass Details aus den Gesprächen für Monsanto bestimmt waren.

Das geht aus einem Dokument hervor, das dem ARD-Magazin vorliegt und im jüngsten US-Gerichtsverfahren offengelegt wurde. Ein ehemaliger Monsanto-Manager sagte aus, dass der Informationsfluss bewusst verdeckt stattfinden sollte: "Das ist der Punkt. Wir wollten sichergehen, dass wir Dinge über uns selbst hören, die man uns nicht direkt mitteilen würde."

That was the point. We wanted to make sure that we could hear things about ourselves that people might not say directly to us. (Originalzitat)

Der Monsanto-Mutterkonzern Bayer teilte auf Anfrage mit, es entspreche "unserem Verständnis, dass die Meinungen der Gesprächsteilnehmer freiwillig und ohne Bedenken geäußert wurden". Das war bei diesem Auftrag aber offensichtlich nicht der Fall.

Der Public-Relations-Experte Professor Günter Bentele kritisierte diese Vorgehensweise: "Wenn ich nicht sage, in wessen Interesse ich frage, oder Informationen einhole, dann ist das eine Art von Täuschung. Das ist das Gegenteil dessen, wie Organisationen agieren sollten."

Glyphosat: Gericht in den USA verurteilt Bayer erneut zu hohem Schadenersatz
tagesschau 17:00 Uhr, 14.05.2019, S. Niemann/V. Bünten, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Sofortige Informationen verlangt

In der aktuellen Diskussion um die von Monsanto geführten "Stakeholder-Listen" über Politiker, Journalisten, Wissenschaftler und Umweltaktivisten wird jetzt außerdem der Ruf nach einer umgehenden Information der Betroffenen laut. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Harald Ebner fordert im FAKT-Interview: "Wenn Bayer jetzt uns alle hinhalten möchte und sagt: wir haben eine Anwaltskanzlei beauftragt - dann reicht das nicht aus. Ich möchte nicht warten, bis irgendeine Anwaltskanzlei irgendwas erledigt hat. Ich möchte das heute wissen - so schnell wie möglich."

Bayer hatte sich für das Vorgehen entschuldigt und eine Anwaltskanzlei mit der Aufarbeitung der Listen beauftragt. Betroffene sollen nach Konzernangaben bis spätestens Ende kommender Woche informiert werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Mai 2019 um 17:00 Uhr.

Fakt
Darstellung: