Die Eltern des verstorbenen Studenten Otto Warmbier vor dem "City Hostel" in Berlin

Verstorbener US-Student Warmbier-Eltern fordern Hostel-Schließung

Stand: 11.11.2019 19:00 Uhr

Die Eltern des US-Studenten Warmbier fordern, das Hostel auf dem Botschaftsgelände Nordkoreas in Berlin zu schließen. Ihr Sohn war kurz nach der Entlassung aus nordkoreanischer Haft gestorben.

Von Georg Mascolo und Klaus Scherer, NDR/WDR

Die Eltern des nach seiner Rückkehr aus nordkoreanischer Haft verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier haben die Schließung des umstrittenen "City Hostel" gefordert, das auf dem Gelände der Botschaft Nordkoreas in Berlin betrieben wird und damit dort entgegen geltender UN-Sanktionen Einnahmen erzielt. "Man muss das Regime verantwortlich machen, wo immer es Regeln bricht", verlangten Fred und Cindy Warmbier in einem Gespräch mit NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung".

Zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt

Der Sohn der Warmbiers war im Januar 2016 in Pjöngjang aus einer Reisegruppe heraus festgenommen worden, weil er in der Silvesternacht ein Propagandaplakat aus dem Personaltrakt seines Hotels habe stehlen wollen. In einem offensichtlichen Schauprozess gestand er später unter Tränen, dass er im Geheimauftrag der US-Regierung gehandelt habe und wurde "wegen staatsfeindlicher Handlungen" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt.

Mitte 2017 wurde bekannt, dass er seit Monaten mit schweren Hirnschäden in einem Krankenhaus in Pjöngjang in einer Art Wachkoma lag. Kurz darauf stimmte das Regime einer Überführung in seine Heimatstadt Cincinnati zu, wo er an den Folgen des Hirnleidens verstarb. Die Eltern erheben seither schwere Foltervorwürfe gegen das Regime.

"Wir wollen wissen, was mit unserem Sohn passiert ist"

Ein US-Bundesgericht sprach ihnen zuletzt 500 Millionen Dollar Entschädigung wegen Folter, Geiselnahme und Tötung zu. Nordkorea weist jeden Vorwurf zurück. Warmbier, so das Regime, sei entweder durch eine Lebensmittelvergiftung oder an einem falsch dosierten Beruhigungsmittel zu Schaden gekommen.

"Wir wollen wissen, was mit unserem Sohn passiert ist", sagte Vater Fred Warmbier vergangenen Donnerstag am Eingang von Nordkoreas Vertretung, wo er gemeinsam mit seiner Frau vergeblich durch die Sprechanlage um ein Treffen mit dem Botschafter bat. Zugleich beklagten die Eltern, dass der Hotelbetrieb im Nebengebäude noch immer bestehe, der sowohl gegen internationales Recht verstoße als auch gegen die UN-Sanktionen.

Eltern von Otto Warmbier wollen Nordkorea zur Rechenschaft ziehen
tagesthemen 22:15 Uhr, 11.11.2019, Klaus Scherer, Georg Mascolo, NDR

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Anwalt: Behörden haben Situation falsch eingeschätzt

Ihr deutscher Rechtsanwalt Lothar Harings bekräftigte dies. "Die UN-Resolution ist in europäisches Recht umgewandelt worden, das gilt auch in Deutschland, aber sie wird nicht angewandt", so der Experte für Sanktionsrecht in den tagesthemen. "Ich glaube die Behörden haben anfangs die Situation falsch eingeschätzt. Und sie merken nun nach und nach, dass die Entscheidung, nicht konsequent gegen den Hotelbetrieb vorzugehen, nicht haltbar ist."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 11. November 2019 um 22:15 Uhr.

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