Arbeitsagentur in Halle | Bildquelle: dpa

Datenskandal bei Jobbörse Ermittlungen gegen Datenhändler

Stand: 19.09.2019 12:58 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen einen Datenhändler, der über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit Bewerberdaten gesammelt und weiterverkauft haben soll. Der Skandal war durch SWR-Recherchen aufgedeckt worden.

Er veröffentlichte am Tag mehrere Tausend Stellen in der Jobbörse der Arbeitsagentur, um Bewerberdaten zu sammeln und weiterzuverkaufen - jetzt ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Berlin gegen einen Unternehmer aus Berlin. Dem Mann werden Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz vorgeworden. Er hatte SWR-Reportern vollständige Bewerber-Datensätze verkauft.

Beschuldigter bestreitet Vorwürfe

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin teilte mit, nach der SWR-Berichterstattung hätten sowohl der Bundesdatenschutzbeauftragte als auch die Bundesagentur für Arbeit Strafanzeige gegen den Datenhändler gestellt. In einer Stellungnahme gegenüber dem SWR bestreitet der Unternehmer den Vorwurf, illegal mit Bewerberdaten gehandelt und die Jobbörse missbraucht zu haben.

Seit Bekanntwerden des Datenskandals hatte die Bundesagentur für Arbeit mindestens elf Unternehmen gesperrt und mehr als 120.000 Stellenangebote gelöscht. Seit August können Arbeitssuchende in der Jobbörse außerdem erkennen, ob es sich bei inserierten Stellen um ein von der Arbeitsagentur betreutes oder unbetreutes Angebot handelt. Stellen sogenannter privater Arbeitsvermittler werden Arbeitssuchenden nur noch dann angezeigt, wenn er ein entsprechendes Häkchen setzt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Mai 2019 um 14:00 Uhr.

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