St. Tropez in Frankreich | Bildquelle: picture alliance / Fotostand

Cum-Ex-Steuerskandal Banker in St. Tropez festgenommen

Stand: 26.06.2020 18:30 Uhr

Im Cum-Ex-Steuerskandal hat die Staatsanwaltschaft Köln erstmals einen Beschuldigten im Ausland festgenommen. Nach Informationen von WDR und SZ haben sich zwei weitere per Haftbefehl gesuchte Banker von sich aus bei der Staatsanwaltschaft gemeldet.

Von Massimo Bognanni, WDR

Der Banker war offenbar gerade im Erholungsurlaub in Südfrankreich, als er festgenommen wurde. Nach Informationen von WDR und "Süddeutscher Zeitung" sitzt der Beschuldigte im Cum-Ex-Skandal nun in St. Tropez in Hausarrest und wartet auf seine Anhörung. Danach könnte er nach Deutschland überführt und dem Haftrichter vorgeführt werden.

Zwei weitere Banker aus Großbritannien, die ebenfalls per internationalem Haftbefehl gesucht werden, haben sich demnach über ihre Anwälte bei den deutschen Ermittlern gemeldet und stellen in Aussicht, sich freiwillig zu stellen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln bestätigte auf Anfrage, dass am Donnerstag ein Beschuldigter in Frankreich festgenommen wurde. Weitere Details wollte er nicht nennen.

Wendepunkt der Ermittlungen

In der juristischen Aufarbeitung des wohl größten Steuerskandals der Bundesgeschichte markiert die Festnahme einen Wendepunkt. Erstmals haben deutsche Ermittler im Cum-Ex-Skandal nun Beschuldigte auch im Ausland festgesetzt. Die drei Banker werden gesucht, weil sie als Beteiligte der „Cum-Ex“-Skandals den deutschen Fiskus um Millionensummen geprellt haben sollen. Mit komplizierten Aktienkreisgeschäften sollen sie sich Steuern haben erstatten lassen, die sie zuvor nie abgeführt hatten.

Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln in 68 Ermittlungskomplexen gegen rund 880 Beschuldigte. Mit den komplizierten Cum-Ex-Geschäften könnte der deutsche Fiskus um mehr als zehn Milliarden Euro geprellt worden sein.

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