"Salvator Mundi von Leonardo da Vinci  | Bildquelle: AFP

Da-Vinci-Gemälde versteigert Weltrekord für den Welterlöser

Stand: 16.11.2017 09:13 Uhr

Millionen in Minuten: Mit dem "Salvator Mundi" ist das letzte bekannte Gemälde von da Vinci in Privatbesitz versteigert worden. Der unbekannte Käufer muss nun insgesamt rund 450 Millionen Dollar bezahlen.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Da stand er, der Auktionator. Und da stand er: der Erlöser der Welt von Leonardo da Vinci - das Bild der Bilder. Und alle drei - Auktionator, Künstler und Motiv - ahnten nicht, dass sie hier in New York bei Christie's denkwürdige Kunstverkaufsgeschichte schreiben würden: "75 Millionen", ruft der Auktionator - alles im ohnehin verrückten Rahmen.

Da Vincis Gemälde des rätselhaft anmutenden Jesus war lange verschollen und wurde schwer debattiert. Einst war es für 50 Pfund verkauft worden, weil alle es für eine billige Kopie hielten.

1956 als wertlose Kopie versteigert

1956 wurde das Gemälde bei "Sotheby's" versteigert. Alle dachten, dass es wertlos sei. Das war damals - heute ist es das letzte überhaupt zu ersteigernde von 16 Da-Vinci-Werken.

Abgesehen davon sei der letzte Da Vinci 1909 versteigert worden - vor mehr als hundert Jahren. "So etwas wie heute wird es nur einmal im Leben geben", sagt Loic Gouzer von Christie's.

Hunderte Millionen in Minuten

Er sollte Recht behalten, in vielerlei Hinsicht: Die 100-Millionen-Grenze - nach Minuten nur durchbrochen.

Wenig später schon hält das Publikum den Atem an: "190..., 200 Millionen…." 200 Millionen sind schon jetzt Allzeitrekord. Das teuerste Kunstwerk war bis dahin ein Picasso, der 179 Millionen Dollar kostete.

Und jetzt das hier: Als ein Bieter nur fünf Millionen drauf legt, gibt es Gelächter im Saal. Was sind fünf Millionen, wenn es doch Hunderte Millionen sein könnten?

Mitarbeiter des Auktionshauses Christie's mit Fernbietern am Telefon | Bildquelle: AFP
galerie

Viele Fernbieter gaben ihre Gebote durch - allesamt mit Millionensteigerungen.

Raunen im Saal

"240 Millionen Euro" das nächste Gebot - der Auktionator konnte warten. Natürlich konnte er. Hinter der Bühne lachten sie sich bei Christie's vermutlich schon in den Schlaf vor Freude.

Und es ging weiter: "300 Millionen" rief ein Bieter leise in das Raunen des Saales. 300 Millionen. Die einen verdrehten die Augen, die anderen besoffen von der Zahl. Bei 350 Millionen eine kleine Pause.

Debatte über Echtheit ging Auktion voraus

Viel haben sie über die Echtheit debattiert und gestritten. Auf das Jahr 1500 datiert, übermalt, verändert, restauriert, verschollen - wieder entdeckt. Vor der Auktion hier war das Gemälde auf Welttournee, sozusagen zum Appetitanregen - und der schien unendlich.

Unbekannter Käufer

Am Ende zwei Bieter und ein letztes Gebot: "400 Millionen…" Im Saal war Partystimmung, als nach 19 Minuten schließlich der Hammer fiel.

Der "Salvator Mundi" - Erlöser der Welt - erlöste den Weltrekord. "Wahnsinn", sagten sie draußen vor der Tür. Der Käufer ist zur Zeit noch unbekannt. Verkauft hatte den Da Vinci ein russischer Milliardär.

Gesamtpreis plus Gebühren: 450 Millionen Dollar. Der Kunstmarkt: ein Tollhaus.

Über dieses Thema berichteten das nachtmagazin am 15. November 2017 um 00:00 Uhr und das ARD-Morgenmagazin am 16. November 2017 um 06:16 Uhr.

Darstellung: