Dortmunds Trainer Lucien Favre sitzt bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Paderborn auf dem Podium.  | Bildquelle: DAVID HECKER/EPA-EFE/REX

Nach 3:3 gegen Paderborn Trainer Favre wackelt beim BVB

Stand: 23.11.2019 14:07 Uhr

Statt der geplanten Wiedergutmachung für die Pleite beim FC Bayern zeigte sich Borussia Dortmund beim 3:3 gegen Paderborn zeitweise in desolatem Zustand. Diskussionen über Trainer Favre sind in vollem Gange.

Bis tief in die Nacht auf Samstag (23.11.2019) tagte die Führung von Borussia Dortmund um Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Zuvor hatte sich der BVB beim 3:3 (0:3) gegen das Bundesliga-Schlusslicht SC Paderborn am Freitagabend erneut desolat präsentiert.

Bei den Beratungen der BVB-Bosse ging es wohl speziell um die Zukunft von Trainer Lucien Favre. Favre steht beim BVB nun mehr denn je infrage. Nach Informationen von "Bild" und "Sport-Bild" wird Favre die Mannschaft beim Champions-League-Spiel in Barcelona am Mittwoch betreuen, es solle sein "Schicksalsspiel" sein. Der Verein äußerte sich dazu nicht.

Am nicht-öffentlichen Training am Samstag, bei dem laut Klub-Mitteilung "viel Analyse" gab, nahm Favre teil. Die Einheit begann mit zweistündiger Verspätung, weil die Profis erst in einem Krisengespräch teamintern über die schwache Leistung redeten.

Das erste kurze Statement von Zorc nach dem Schlusspfiff des denkwürdigen Heimspiels ließ Raum für Spekulationen: "Ich bitte um Verständnis, dass ich heute nicht viel sage. Bis auf die Tatsache, dass die erste Halbzeit indiskutabel war und wir uns bei den Zuschauern entschuldigen müssen. Morgen ist auch noch ein Tag."

Vor der mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung am Sonntag wird die Luft für Favre immer dünner. Denn die geplante Rehabilitation für das 0:4 in München am 9. November schlug mächtig fehl. Vor allem die erste Halbzeit gegen den SCP mit drei Gegentoren glich einem Offenbarungseid. "Man hat sich richtig geschämt. So dürfen wir nie, nie wieder auftreten", sagte Kapitän Marco Reus.

Selbst die Tore von Jadon Sancho (47.), Axel Witsel (84.) und Reus (90.+2) zum glücklichen Remis konnten die Fans nicht besänftigen. Laute Pfiffe und vereinzelte "Favre-raus"-Rufen schallten von den Tribünen.

Die Gründe für die Talfahrt des selbsterklärten Titelaspiranten sieht Abwehrchef Mats Hummels jedoch nicht bei Favre: "Ich würde mal ganz deutlich sagen, dass das nichts mit der Trainerposition zu tun hat, wenn wir einfach ohne Druck die Bälle herschenken." Und Reus sagte: "Der Trainer stellt uns immer gut ein, aber wir bekommen es nicht auf den Platz."

Favre selbst war niedergeschlagen. "Das kann nicht so weitergehen", sagte der Schweizer. Er glaubt offenbar noch an einen Verbleib beim BVB: "Ich versuche weiter, positiv zu denken." Dem Coach gehen allmählich die Argumente aus. Trotz der Kader-Investitionen von 130 Millionen Euro im Sommer hat sich der Vizemeister eher zurückentwickelt.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. November 2019 um 15:00 Uhr.

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