Massenpanik bei der Loveparade 2010 | Bildquelle: dapd

Wegen Corona-Krise Gericht will Loveparade-Prozess einstellen

Stand: 07.04.2020 15:21 Uhr

Das Landgericht Duisburg hat wegen der Corona-Krise die Einstellung des Loveparade-Prozesses vorgeschlagen. Verfahrensbeteiligte sollen bis zum 20. April Stellung nehmen.

Das Landgericht Duisburg hat am Dienstag (07.04.2020) wegen der Corona-Krise vorgeschlagen, das Loveparade-Verfahren einzustellen. Die Staatsanwaltschaft und auch die Angeklagten müssten einer vorzeitigen Einstellung ohne Urteil oder Freispruch zustimmen – ob sie das tun, ist noch nicht klar. Sie sollen bis zum 20. April Stellung dazu nehmen.

Hauptverhandlung wegen Corona bereits unterbrochen

Wegen des Risikos von Infektionen mit dem Corona-Virus kann das Verfahren aktuell nur eingeschränkt durchgeführt werden, die Loveparade-Hauptverhandlung musste deswegen bereits unterbrochen werden.

Eine weitere Anordnung von Quarantänen gegen Prozessbeteiligte sei jederzeit möglich, so das Gericht. Es sei nicht absehbar, wann und wie die Verhandlung fortgesetzt werden könne, teilte das Gericht mit. Im Falle einer Prozessfortführung wäre mit einer erheblichen Dauer des weiteren Verfahrens zu rechnen.

Verjährung der fahrlässigen Tötung droht

Der Prozess um die Loveparade-Katastrophe in Duisburg am 24. Juli 2010 liegt fast zehn Jahre zurück. Die Vorwürfe der fahrlässigen Tötung verjähren Ende Juli. Das Gericht hält es für unwahrscheinlich, den Sachverhalt bis dahin aufzuklären. Außerdem sei die mögliche Schuld der drei Angeklagten als gering anzusehen.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. April 2020 um 16:00 Uhr.

Darstellung: