Polizeibeamte der Spurensicherung | Bildquelle: dpa

Landgericht Detmold Prozessauftakt im Fall Lügde

Stand: 27.06.2019 08:42 Uhr

Wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs müssen sich ab Donnerstag drei Angeklagte am Detmolder Landgericht verantworten. Sie sollen insgesamt 34 Kinder missbraucht haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft Andreas V. sexuellen Missbrauch von Kindern in 298 Fällen vor. In der Anklageschrift stehen 23 Opfer, die der Mann aus Lügde in einem Zeitraum zwischen Sommer 1998 und Dezember 2018 auf einem Campingplatz im Ortsteil Elbrinxen begangen haben soll. Alle Opfer seien minderjährig gewesen. Außerdem muss sich V. verantworten, weil er kinderpornografische Bilder und Videos besessen haben soll.

Insgesamt 34 Opfer und mehr als 400 Fälle

Der zweite Angeklagte ist ein 34 Jahre alter Mann aus Steinheim. Mario S. wird vor allem sexueller und schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Er soll acht Mädchen und neuen Jungen insgesamt 162 mal missbraucht haben. Er soll außerdem die Kinder gefilmt und fotografiert haben.

Drei Angeklagte und -zigtausend Dateien

Heiko V. ist 49 Jahre alt und stammt aus dem niedersächsischen Stade. Ihm wird vorgeworfen, in einigen Fällen über eine Webcam den Missbrauch gesehen und kommentiert zu haben. Außerdem habe er mehr als 40.000 Bilder und Videos mit kinderpornographischem Inhalt besessen, so die Anklage. Alle drei Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft.

Wenig Platz für großes öffentliches Interesse

Wer als Zuschauer im Gerichtssaal dabei sein will, muss sich rechtzeitig in die Warteschlange stellen. Genau wie für Journalisten aus ganz Deutschland gibt es für Zuschauer nur 30 Plätze. Einlass am Tag der Prozesseröffnung (26.06.2019) wird um 7 Uhr 30 sein, also 90 Minuten vor Beginn der Verhandlung.

Anklageverlesung wohl ohne Öffentlichkeit

Zuerst wird dann die Anklageschrift durch zwei Staatsanwältinnen verlesen. Da darin auch die Namen der kindlichen Opfer genannt werden, ist es wahrscheinlich, dass die Jugendschutzkammer schon zu diesem Zeitpunkt die Öffentlichkeit ausschließen wird. Danach werden die Angeklagten zur Person befragt. Zeugen sollen erst am Freitag erscheinen.

Quelle: wdr.de

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