Polizisten stehen in Preußisch Oldendorf vor einer Lagerhalle, in der 35.000 Liter in Chemiefässern entdeckt wurden | Bildquelle: dpa

Nordrhein-Westfalen LKA ermittelt nach Chemikalienfund

Stand: 29.04.2019 17:16 Uhr

Nach dem Fund von 35.000 Liter Chemikalien und Dutzender Gasflaschen in einer Lagerhalle will das Innenministerium heute einen LKA-Experten nach Preußisch Oldendorf schicken.

Nach dem Fund von 35.000 Liter Chemikalien und Dutzender Gasflaschen in einer Lagerhalle will das Innenministerium am Montag (29.04.2019) einen LKA-Experten nach Preußisch Oldendorf schicken. Polizei und Staatsanwaltschaft schließen nicht aus, dass es sich um ein Drogenlabor handelt.

Der LKA-Experte und die Polizei in Bielefeld sollen gemeinsam aufklären, wem die Chemikalien und Gasflaschen in der Lagerhalle in Preußisch Oldendorf (Kreis Minden-Lübbecke) gehören und warum sie in der etwa 650 Quadratmeter großen Lagerhalle standen.

Ermittlungen in Richtung Drogenherstellung

In der mittlerweile von der Polizei abgesperrten Lagerhalle stehen große Mengen an Schwefelsäure, Natronlauge und Ameisensäure, sagte ein Polizeisprecher. Sie werden zum Beispiel bei der Herstellung von Amphetaminen wie Speed und Crystal gebraucht.

Die Untersuchung der sichergestellten Stoffe werde voraussichtlich mehrere Tage dauern, hieß es in einer Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei.

Untervermietung an Niederländer

Der Besitzer des Gebäudes sagte dem WDR, er habe einen Teil der Halle an einen Mann aus den Niederlanden untervermietet. Mit dem habe er allerdings keinen Vertrag, sondern nur eine mündliche Vereinbarung.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Nach Angaben der Polizei ist das Gelände abgesichert: "Nach derzeitigem Erkenntnisstand geht davon keine Gefahr für die Bevölkerung aus", sagte ein Sprecher der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke am Montag (29.04.2019).

Chemikalien werden abtransportiert

Die 35.000 Liter an verschiedenen Chemikalien sowie die 50 Propangasflaschen waren am Sonntag (28.04.2019) bei einem Routineeinsatz der Feuerwehr wegen eines Kabelbrandes im Stadtteil Börninghausen gefunden worden.

ABC-Zug im Einsatz

220 Feuerwehrleute und ein ABC-Zug seien im Einsatz gewesen. Verletzte gab es laut Polizei keine. Der Kabelbrand war schnell gelöscht, Gefahr für die Bevölkerung hat nach Angaben der Polizei nicht bestanden. Am Montag sollen die Chemikalien von Spezialfirmen abtransportiert werden.

Zwei weitere Vorfälle rund um die Lagerhalle

Die Polizei ermittelt zudem zu zwei weiteren Vorfällen rund um die Lagerhalle. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute seien zwei Menschen in der Nähe der Halle bemerkt worden. Nach Zeugenaussagen seien sie in einem größeren Fahrzeug geflüchtet.

Darüber hinaus wurde die Feuerwehr während ihres Einsatzes an der Lagerhalle zu einem Autobrand in der Nähe der Lagerhalle gerufen. Dort habe verdeckt von einem Maisfeld ein Kleinwagen auf einer Wiese in Flammen gestanden und sei komplett ausgebrannt.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. April 2019 um 17:00 Uhr.

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