Angeklagter im Stutthof-Prozess | Bildquelle: dpa

NS-Verfahren in Münster KZ-Wachmann zu krank für Prozess

Stand: 03.04.2019 11:57 Uhr

Das Landgericht Münster will das Verfahren gegen einen ehemaligen SS-Wachmann im Konzentrationslager Stutthof einstellen. Der 95-Jährige sei verhandlungsunfähig.

Das Landgericht Münster will den sogenannten Stutthof-Prozess endgültig einstellen. Das hat das Landgericht am Mittwoch (03.04.2019) mitgeteilt. Es hält den 95-jährigen Angeklagten nach einer weiteren Prüfung für dauerhaft verhandlungsunfähig.

Angeklagt wegen Beihilfe zum Mord

Der Mann aus dem Kreis Borken war angeklagt wegen Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen. Der Mann war Wachmann im NS-Konzentrationslager Stutthof bei Danzig.

Angeklagter im Stutthof-Prozess
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Der 95-Jährige und sein Verteidiger

Wiederholt im Krankenhaus behandelt

Mitte Dezember 2018 war die Hauptverhandlung ausgesetzt worden. Der Angeklagte wurde wiederholt in einem Krankenhaus behandelt.

Mitte Februar legte ein Mediziner dem Gericht ein Gutachten vor. Die Kammer folgt nun seiner Einschätzung. Danach leidet der Angeklagte an einer "höhergradigen Niereninsuffizienz" sowie einer schweren Herzerkrankung. Seine Erkrankung ist nach Einschätzung des Gutachters nicht heilbar.

Beschwerde möglich

Der Angeklagte sei nicht in der Lage, "dem Inhalt einer Hauptverhandlung zu folgen und seine Interessen hinreichend wahrzunehmen", meint das Landgericht. Diese Entscheidung sei aber noch nicht rechtskräftig und mit "sofortiger Beschwerde" noch anfechtbar.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. April 2019 um 13:00 Uhr.

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