Kippa | Bildquelle: picture alliance

Nordrhein-Westfalen Innenminister ermuntert Juden, Kippa zu tragen

Stand: 26.05.2019 13:08 Uhr

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung rät Juden davon ab, sich überall in Deutschland mit der Kippa zu zeigen. Aus NRW kommen gegenteilige Signale.

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung rät Juden davon ab, sich überall in Deutschland mit der Kippa zu zeigen. Genau das Gegenteil sei geboten, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Samstag (25.05.2019) dem WDR.

"Ich kann Jüdinnen und Juden nur ermuntern, sich nicht einschüchtern zu lassen und stattdessen stolz und erhobenen Hauptes durch Deutschland zu gehen - selbstverständlich auch mit Kippa", sagte der Innenminister. "Die nordrhein-westfälische Polizei steht dabei immer an ihrer Seite. Es darf in Deutschland nie wieder No-Go-Areas für Mitbürger jüdischen Glaubens geben."

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP | Bildquelle: picture alliance / Eventpress
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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Leutheusser-Schnarrenberger: "Keine Alternative"

Ähnlich äußerte sich die Antisemitismus-Beauftragte des Landes NRW, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), am Sonntag gegenüber dem WDR: "Es muss alles getan werden, damit Juden ihre Religion ungefährdet und im Vertrauen auf den Rechtsstaat leben können." Und: "Sich verstecken müssen ist keine Alternative."

Angriffe auf Kölner Rabbiner

Der Publizist Michel Friedman kritisierte die Warnung des Antisemitismusbeauftragten Felix Klein scharf. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) widersprach. Die Kippa ist als Kopfbedeckung ein sichtbares Zeichen für den jüdischen Glauben.

Der Zentralrat der Juden warnt immer wieder vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland und hat auch vom Tragen der Kippa in Teilen von Großstädten abgeraten. Der Rabbiner der Kölner Synagoge Yechiel Brukner beklagte zuletzt, er sei in Bussen und Bahnen massiv beschimpft und verbal angegriffen worden.

Quelle: wdr.de

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