Schlusslicht

Corona-Frisuren in Lettland Einmal schneiden und färben auf Eis

Stand: 18.02.2021 15:38 Uhr

Die Corona-Matte wächst unaufhörlich: Nicht nur hierzulande, auch in anderen Ländern sind die Friseure pandemiebedingt zu. In Lettland haben sich einige Friseure etwas einfallen lassen, um doch arbeiten zu können.

Die Friseure hierzulande sind seit Mitte Dezember geschlossen, doch den Haaren ist das egal: Sie wachsen unaufhörlich weiter. Manche sind stolz auf ihre Corona-Matte, andere weniger. Und nicht jeder will warten, bis die Friseure wieder öffnen dürfen: Wer seine Matte auf dem Kopf satt hat, der greift auch mal selbst zu Schere, Rasierer und Farbe - oder lässt andere schneiden. Das Ergebnis lässt oft zu wünschen übrig.

Ein junger Mann schneidet sich nach Online-Anleitung selber die Haare. | Bildquelle: dpa
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Seit Mitte Dezember 2020 sind die Friseure geschlossen. Die Haare wachsen unaufhörlich weiter. Die Lösung: selbst schneiden. Wirklich?

Ungewöhnlicher Ort für einen Haarschnitt

Auch in Lettland sind die Friseure derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch: Einige von ihnen haben sich etwas einfallen lassen, um ihrem Beruf trotzdem nachgehen zu können: Sie schneiden und färben Haare auf einem zugefrorenen See oder in Wäldern am Rande der Hauptstadt Riga. "Anders können wir nicht arbeiten", sagte Friseurin Diana Silina der Nachrichtenagentur AFP zu ihrem ungewöhnlichen Arbeitsort auf dem vereisten See. 

Die Stadträtin als Unterstützerin

In Lettland sind derzeit draußen nur Treffen zu zweit erlaubt, deshalb nimmt Silina immer nur einen Kunden. "Wir wissen nicht einmal, ob das völlig legal ist, aber wir müssen es probieren, sonst haben wir gar kein Einkommen", sagte die Friseurin.

Silina hat sogar Unterstützung aus der Politik: Stadträtin Ieva Brante ließ sich bereits mitten im Wald die Haare frisieren und veröffentlichte ein Video davon. "Als Juristin unterstütze ich Menschen, die legale Wege zur Umgehung von Regeln finden, wenn es ihnen dadurch möglich ist, zu arbeiten und ihren Lebensunterhalt zu verdienen", so Brante. 

Ein Friseurin schneidet Haare auf dem zugefrorenen See Babelitis in Riga | Bildquelle: AFP
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Not macht erfinderisch: Haareschneiden auf einem zugefrorenen See in Riga.

Ein "Training im Freien"

Als das Video veröffentlicht war, habe die Polizei sie kontaktiert, aber es sei kein Bußgeld gegen sie verhängt worden, berichtete die Stadträtin. Brantes Friseurin Zane Melnace sagte, sie deklariere die Haarschneidetermine als "Training im Freien", um nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen. Zugleich forderte sie die Wiederöffnung der Friseursalons: "Ich will arbeiten! Offiziell! Und zwar jetzt!"

"Haare im Wald machen? Absolut okay"

Nicht nur die Stadträtin unterstützt die Friseurin - selbst der lettische Gesundheitsminister Daniels Pavluts hat offenbar nichts dagegen: "Sich die Haare im Wald machen zu lassen, ist absolut okay", sagte er Berichten zufolge bei einer Kabinettssitzung. Das lettische Parlament will sich bald mit einer Petition mit rund 10.000 Unterschriften befassen, in der die Wiederöffnung von Friseur- und Schönheitssalons gefordert wird.

In Deutschland kommt das Aus für die Corona-Matte ab dem 1. März - dann sollen Friseure wieder öffnen dürfen.

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