Schlusslicht

Das Gemälde ''Mona Lisa'' | Bildquelle: Jacqueline Krug

Umzug im Louvre Zehn Sekunden mit der Mona Lisa

Stand: 30.08.2019 14:27 Uhr

Wegen Renovierungen musste die Mona Lisa im Louvre vorübergehend ihre Gemächer wechseln: Seit Kurzem residiert sie in der Galerie Médicis. Bewundern kann man das Bild seither nur noch wenige Sekunden lang.

Von Jacqueline Krug für tagesschau.de, zzt. ARD-Studio Paris

Sie ist eine der begehrtesten Frauen der Welt - doch Leonardo Da Vincis Mona Lisa und der Louvre scheinen unzertrennlich. Seit ihre gemeinsame Geschichte 1793 begann, verließ Mona Lisa nur wenige Male die heiligen Hallen des berühmten Museums, zuletzt 1973. Und so schnell wird dies wohl nicht mehr geschehen, denn Mona Lisa wird mit voranschreitendem Alter immer fragiler.

Und ihre Abwesenheit wäre für den Louvre auch ein nicht auszugleichender Popularitätsverlust. Immerhin 80 Prozent der bis zu 30.000 täglichen Besucher kommen in der Hoffnung auf einen intimen Moment mit Mona Lisa. Intim ist dieser Moment jedoch schon lange nicht mehr - und seit Mitte Juli auch noch so kurz, dass man ihn kaum fassen kann.

Museumsbesucher vor dem Gemälde ''Mona Lisa'' | Bildquelle: Jacqueline Krug
galerie

Besucherschlangen im Louvre: Seit wenigen Wochen ist die Mona Lisa in einem anderen Teil des Museums untergebracht.

Es braucht Geduld

Für Louvre-Besucher wird Paris eher zur Stadt der Geduld. Wer Mona Lisa sehen möchte, muss warten. Denn bevor man überhaupt in die Galerie Médicis gelangt, steht man mehrmals an.

Nach langem Warten in der prallen Sommersonne vor der Louvre-Pyramide wird man hinunter gedrängt in den Vorraum der drei Louvre-Flügel. Sofort erkennt man, in welchem Teil sich das Objekt der Begierde befindet: Vor dem Richelieu-Flügel bahnt sich eine riesige Menschenmasse ihren Weg in den Teil des Museums, der Mona Lisa beherbergt.

Auf dem Weg in den zweiten Stock über steinerne Gänge und Rolltreppen, vorbei an leuchtenden Innenhöfen mit eindrucksvollen Skulpturen, gibt es nur eine Richtung: vorwärts! Innehalten und Michelangelos muskulöse Skulpturen im Cour Puget oder Marly bewundern? Dafür bleibt keine Zeit. Von Menschenmassen bis vor die Galerie Médicis geschoben, wähnt man sich sicher. Doch eine weitere Schlange wartet schon, die einen sofort verschlingt und sich langsam zur Mitte der Galerie windet.

Besuch bei der Mona Lisa in Paris
30.08.2019

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Der Mona-Lisa-Moment im Jahr 2019

Sie befindet sich hinter Panzerglas. Weiträumig abgesperrt und gut bewacht, damit ihr keiner zu nahe treten kann. Schon von Weitem verfolgen einen ihre schwarzen Augen. Fast ist man am Ziel angelangt, schräg rechts und noch in sicherer Entfernung steht man fast vor ihr. Plötzlich wird man wieder aufgehalten: Nur zehn bis 15 Verehrer dürfen gleichzeitig vor sie treten.

Endlich ist man selbst an der Reihe. Mit anderen Anwärtern stürmt man vor Da Vincis Meisterwerk. Ihre Popularität hat Mona Lisas Schönheit keinen Abbruch getan und das Herz setzt nach wie vor für den Bruchteil einer Sekunde aus, sobald man sie erblickt. Ihr Lächeln jedoch wirkt angesichts ihrer aktuellen Situation im Louvre eher aufgesetzt.

Besucher zücken mit schweißnassen Händen ihre iPhones, eine mexikanische Familie versucht verzweifelt, ein Selfie mit Mona Lisa zu bekommen - doch sie will einfach nicht ins Bild rücken. Security eilt zur Hilfe, um die Familie möglichst schnell und zufrieden wieder los zu werden. Ein Pärchen beginnt sich anzuschreien, sie haben sich im Gedränge verloren und die einmalige Selfie-Möglichkeit mit Mona Lisa verpasst.

Nicht mal zehn Sekunden dauert dieser Moment, und schon ertönen Männerstimmen: "Only one picture! Go!" - "Nur ein Bild, weiter!" Wer sich nicht von alleine bewegt, wird von starken Security-Händen sanft, aber bestimmt hinausgeschoben. Kunsterlebnis im Zeitalter des Massentourismus. Bonjour und Au revoir.

 

Über dieses Thema berichtete der WDR am 28. Juni 2019 sowie am 05. August 2019 in den Kulturnachrichten.

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