Marco Reus (l) und Mats Hummels im Spiel des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund | Bildquelle: imago/MIS

Bayern empfängt den BVB Die Fakten zum Spitzenduell

Stand: 05.04.2019 17:44 Uhr

Dominatoren unter sich: In Tabellenführer Borussia Dortmund und Verfolger Bayern München treffen am Samstagabend (06.04.2019) die Meister der vergangenen neun Jahre in der Arena zum vorentscheidenden Duell um den Titel aufeinander.

Von Christian Hornung

Torgarant Lewandowski

17 Tore schossen die Münchner bei ihren jüngsten vier Heimsiegen in Folge gegen den BVB. Allein acht davon erzielte der Ex-Dortmunder Robert Lewandowski, der in den vergangenen drei Heimpartien gegen die Schwarz-Gelben sowie im Hinspiel doppelt traf und sein 200. Bundesligator erzielen kann.

Die Bayern sind mit 32:13 Toren das dominierende Team der ersten Halbzeit, die Dortmunder drehen mit 42:15 Toren nach der Pause auf. Sie schossen die Ligarekorde von 21 Toren in den letzten 15 sowie 14 Toren in den letzten fünf Minuten und holten elf Punkte durch Treffer in der letzten Viertelstunde. Spitzenreiter sind die Schwarz-Gelben auch mit 16 Jokertoren. In den vergangenen 31 Duellen mit dem FCB traf aber nur ein Joker - Paco Alcácer zum 3:2 im Hinspiel.

Topspiel-Bilanz

Die Bilanz in München ist für die Bayern klar positiv: 30 Siege stehen zehn Remis und neun Niederlagen gegenüber - bei 121:51 Toren. Insgesamt siegten die Bayern in der Bundesligahisotire 45 Mal, es gab 29 Unentschieden, Dortmund ging 25 Mal als Sieger vom Platz, die Torbilanz spricht mit 190:122 ebenfalls für den Rekordmeister.

Paco Alcácer | Bildquelle: imago images / Jan Huebner
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Paco Alcácer

Das Personal

Bei den Bayern fehlen Arjen Robben (Aufbautraining), Alphonso Davies (Innenbanddehnung im Knie) und Corentin Tolisso (Trainingsrückstand nach Kreuzbandriss). Manuel Neuer und David Alaba sollen nach muskulären Problemen hingegen wieder zur Verfügung stehen.

Die Dortmunder müssen auf Ashraf Hakimi (Mittelfußbruch), Christian Pulisic (Faseriss) und Maximilian Philipp (Außenbandriss) verzichten, bei Abdou Diallo (muskuläre Probleme) gibt es noch Hoffnung auf einen Einsatz. Lukasz Piszczek steht nach zweimonatiger Pause wegen Fersenproblemen wieder zur Verfügung. Bei Alcácer, der im Spiel gegen Wolfsburg auf den Arm gefallen war, sieht es nicht gut aus, er stieg ebenso wie Raphael Gurreiro nicht in den Flieger nach München.

Niko Kovac
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Niko Kovac

Die Form

Bayern München hat einen Neun-Punkte-Rückstand auf Dortmund komplett aufgeholt, um dann durch das ernüchternde 1:1 beim SC Freiburg wieder um zwei Zähler zurückzufallen. Das 5:4-Spektakel im DFB-Pokalviertelfinale offenbarte einmal mehr die eklatanten Abwehrschwächen, die die komplette Saison des Rekordmeisters garnieren. "Natürlich wird man da wahnsinnig", gab Trainer Niko Kovac angesichts von 43 Gegentoren in 40 Pflichtspielen zu.

Die Dortmunder haben nach dem eingebüßten Vorsprung und enormen Problemen gegen tabellarisch und spieltaktisch tiefstehende Mannschaften zuletzt zwei Siege gelandet, aus denen sie sehr viel mitnehmen können. Sowohl beim 3:2 in Berlin als auch beim 2:0 gegen Wolfburg wurden die drei Punkte erst in der Nachspielzeit sichergestellt, was auf eine überragende Fitness und eine große Moral schließen lässt.

Philosophiewechsel in Dortmund

Nach dem monatelangen "Wir denken nur von Spiel zu Spiel" ist in Dortmund ein Philosophiewechsel eingekehrt - nach dem Geschmack von Trainerlegende Ottmar Hitzfeld deutlich zu spät. Sportdirektor Michael Zorc und Kapitän Marco Reus hatten erstaunlicherweise erst nach dem Verlust der Tabellenführung Mitte März das klare Ziel ausgegeben, deutscher Meister werden zu wollen.

BVB-Trainer Lucien Favre bemüht sich aber weiterhin, das Duell rein sportlich zu betrachten: "Es sind sieben Spiele, und das ist das nächste", sagt der Schweizer, gibt dann aber doch zu: "Ein wenig mehr speziell ist Spiel schon. Wegen der Tabelle. Und weil es Bayern ist - und Dortmund."

Druck vom Bayern-Boss

Bei den Bayern ging zunächst Vereinspatron Uli Hoeneß in Vorlage: "Am Samstag, 18.30 Uhr, darf es keine Ausreden geben. Da muss gegen Dortmund geliefert werden. An eine Niederlage denke ich gar nicht. Wir müssen gewinnen, dazu gibt es für mich keine Alternative", lautete die klare Ansage an seinen Trainer und seine Profis.

Kovac kommentierte diese Aussage so: "Dass Uli Hoeneß den Anspruch hat, Meister zu werden und gegen Dortmund zu gewinnen, erhöht den Druck nicht. Ich will dieses Spiel auch unbedingt gewinnen." Nationalspieler Leon Goretzka scheint von allen Vorgaben unbeeindruckt: "Das ist das geilste Spiel der Saison, darauf wartet ganz Deutschland."

Der Schiedsrichter

FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe leitet das Bundesliga-Topspiel, und diese Ansetzung schreibt ein kleines Stück Liga-Geschichte: Noch nie pfiff ein Unparteiischer sowohl das Hin- als auch das Rückspiel zwischen Bayern und dem BVB. Der 45-Jährige hatte bereits das Hinspiel (3:2 für Dortmund) geleitet und bei vielen kniffligen Szenen die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt ist Gräfe bereits zum siebten Mal beim Duell der beiden deutschen Spitzenklubs im Einsatz.

Die möglichen Aufstellungen

Bayern: Neuer - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Thiago, Martínez - Gnabry, Goretzka, Coman - Lewandowski

Dortmund: Bürki - Wolf, Akanji, Zagadou, Schmelzer - Witsel, Delaney - Sancho, Reus, Bruun Larsen - Götze

Über dieses Thema berichtete die Sportschau am 06. April 2019 um 18:30 Uhr.

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