Alexander Albon | Bildquelle: AP

Formel-1-Rennen Bis zu 20.000 Zuschauer dürfen auf den Nürburgring

Stand: 21.09.2020 11:09 Uhr

Beim Formel 1-Rennen auf dem Nürburgring vom 09. bis 11.Oktober sind bis zu 20.000 Zuschauer erlaubt. Die Organisatoren wollen ein "gewissenhafter Vorreiter" sein.

Von Ute Spangenberger, SWR

Es könnte die Veranstaltung mit den meisten Zuschauern seit Monaten in Deutschland werden. Die Genehmigung der zuständigen Kreisverwaltung in Ahrweiler liegt vor: Bis zu 20.000 Rennsportfans dürfen das Formel-1-Wochenende live vor Ort auf der rund 5,1 Kilometer langen Traditionsstrecke in der Eifel verfolgen.

"Die Genehmigung von 20.000 Zuschauern erfolgt im Rahmen der Entscheidung des Landes, bei sportlichen Großveranstaltungen bis zu 20 Prozent der jeweiligen Stadien- oder Hallenkapazität zuzulassen, sofern es kein auffälliges Infektionsgeschehen gibt und die öffentliche Infrastruktur die Einhaltung des Abstandsgebotes dies ermöglicht", heißt es bei der Kreisverwaltung.

"Gewissenhafter Vorreiter"

Die neue Zuschauer-Regelung steht in Zusammenhang mit dem Saisonbeginn in den Fußball-Bundesligen. Seit dem Wochenende dürfen Fans unter Auflagen wieder zurück in die Stadien, Arenen und Hallen: Je nach Kapazität des Veranstaltungsorts 1000, beziehungsweise 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Sitzplatzkapazität. Die 20-Prozent-Lösung gilt nicht nur für die Fußball-Bundesliga.

"Von dieser profitieren wir nun bei der Austragung der Formel 1", sagt Alexander Gerhard von der Betreibergesellschaft des Nürburgrings. Und weiter: "Hier können wir einer weltweiten Öffentlichkeit zeigen, dass Deutschland in Bezug auf die Bewältigung der Pandemie und die Ermöglichung von Normalität unter Auflagen ein gewissenhafter Vorreiter ist."

Gesundheits- und Hygienekonzepte

Das Formel-1-Comeback auf dem Nürburgring war im Juli bekannt geworden. Durch den Ausbruch der Corona-Pandemie war der Rennkalender ordentlich durcheinander gewirbelt worden, inklusive Rennabsagen. 2013 hatte die Formel zum letzten Mal am Nürburgring gastiert. Damals gewann Sebastian Vettel im Red Bull das Heimspiel auf dem Weg zu seinem vierten WM-Titel.

Der Grand Prix im Renn-Notkalender, der nun im Oktober in Deutschland stattfindet, wird aus lizenzrechtlichen Gründen "Großer Preis der Eifel" heißen. Um das Rennwochenende auszurichten, müssen sowohl die Betreiber der Rennstrecke als auch die Formel 1 Gesundheits- und Hygienekonzepte einhalten.

Personalisierte Tickets

Dazu heißt es vom Nürburgring unter anderem, dass die Tickets nur im Vorfeld kontaktlos online gekauft werden können. Sie werden personalisiert und sitzplatzgenau angeboten. Die Kreisverwaltung schreibt in ihrer Pressemitteilung: "Besucher aus Corona-Risikogebieten werden aufgrund des online-basierten Verkaufs identifiziert und ausgeschlossen." Momentan gelten etwa zwei Provinzen in den Niederlanden als Risikogebiete. Das könnte bedeuten, dass Fans trotz erworbener Tickets nicht zum Rennen kommen dürfen. 

Anders als beim Fußball werden die Fans keine Park-and-Ride-Systeme nutzen können. "Richtig ist, dass wir es für unsere Location als einen der Vorteile herausgestellt haben, dass die Menschen zu uns mit dem Auto anreisen und nicht den ÖPNV nutzen", sagt Gerhard. "Das dient in unserem Konzept als kontaktminimierend."

Nicht die erste Großveranstaltung in Corona-Zeiten

Der Nürburgring hat bereits Erfahrung mit der Durchführung von Großveranstaltungen zu Corona-Zeiten. Anfang August hatte in der Eifel der AvD-Oldtimer-Grand-Prix stattgefunden, zu dem bis zu 5000 Zuschauer zugelassen waren. Die Veranstaltung war zu dem Zeitpunkt die größte ihrer Art seit Beginn der EInschränkungen im März. Die Veranstalter hatten damals angegeben, dass die Organisation reibungslos funktioniert hat.

Die Verantwortlichen halten es auch jetzt für vertretbar, trotz der aktuellen Infektionszahlen in Deutschland eine Großveranstaltung durchzuführen. "Maßgeblich sind ja die regionalen Infektionszahlen", sagt Gerhard. "Da sieht es im Kreis aktuell gut aus. Die Karten gehen aber nur in verschiedenen Verkaufsstufen in den Verkauf. So können wir jederzeit in Rücksprache mit den Behörden auf das Infektionsgeschehen reagieren und gegebenenfalls auch den Vorverkauf stoppen."

Am Freitagabend hatte - mit Verweis auf die steigenden Corona-Infektionszahlen in München - der FC Bayern kurzfristig doch ohne Zuschauer spielen müssen. Bei dem Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke 04 hatten die Verantwortlichen auf 7500 Zuschauer gehofft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. September 2020 um 12:00 Uhr.

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