Bayern München Mönchengladbach | Bildquelle: REUTERS

Bundesliga FC Bayern feiert Arbeitssieg gegen Gladbach

Stand: 13.06.2020 20:20 Uhr

Der FC Bayern München ist weiter auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft. Gegen Borussia Mönchengladbach sprang am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga aber nicht mehr als ein Arbeitssieg heraus.

Von Frank van der Velden

Beim 2:1-Sieg (1:1) sorgten am Samstag (13.06.2020) Joshua Zirkzee (26.), Benjamin Pavard (37., Eigentor) und Leon Goretzka (86.) für die Tore. Für die Bayern war es in der Bundesliga der zehnte Sieg in Serie. Der Vorsprung des Tabellenführers auf den Zweiten Borussia Dortmund beträgt weiterhin sieben Punkte. Gladbach bleibt vorerst Vierter, kann aber am Sonntag noch von Bayer Leverkusen überholt werden, das beim FC Schalke antritt.

Bei SIeg in Bremen ist FC Bayern Meister

Die Gladbacher haben am kommenden Dienstag (16.06.2020) den VfL Wolfsburg zu Gast. Bayern tritt dann bei Werder Bremen an. Mit einem Sieg können die Münchner dann die Meisterschaft perfekt machen. Anderenfalls müsste der FC Bayern den Auftritt von Verfolger Dortmund am Mittwoch gegen Mainz abwarten: Gewinnt der BVB nicht, könnten die Münchner auch nach einem Unentschieden gegen Bremen auf dem Sofa den Titel feiern. Sollte der BVB gegen Mainz verlieren, wären die Münchner sogar im Falle einer eigenen Niederlage in Bremen durch.

"So ein spätes Tor zu machen zu einem Sieg, der uns am Dienstag die Meisterschaft ermöglicht, macht mich überglücklich", sagte Bayerns Siegtorschütze Goretzka. "Dass er nicht nur Assists, sondern auch Tore kann, haben wir schön häufiger gesehen", sagte Torhüter Manuel Neuer und fügte an: "Wir können auch Arbeitssiege. Jetzt rückt die Meisterschaft ein bisschen näher."

"Ich bin happy, dass die Mannschaft das so umgesetzt hat, auch wenn es ein hartes Stück Arbeit war. Das sind drei richtige Big Points", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick. "Wir haben Tore bekommen, die sicher vermeidbar waren. Wir haben vielleicht auch zwei Tore zu wenig gemacht. Der Ausfall von Marcus Thuram war sehr bitter", erklärte Gladbach-Coach Marco Rose.

Thuram muss früh raus

Denn für die "Fohlen" begann das Spiel mit einem Schock. Topstürmer Marcus Thuram musste schon nach zehn Minuten verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam Breel Embolo. Alassane Pléa war wegen einer Sperre nicht dabei. Vom Thuram-Ausfall zeigten sich die Borussen aber nicht geschockt. Nach 16 Minuten schickte Embolo Jonas Hofmann in Richtung Tor von Neuer, doch der Treffer galt wegen einer knappen Abseits-Position nicht.

Bei den Bayern durfte der ehemalige Gladbacher Michaël Cuisance erstmals in der Startelf ran. Verzichten musste Flick auf den verletzten Thiago, Robert Lewandowski und Thomas Müller fehlten wegen einer Gelbsperre. Dafür begannen Joshua Zirkzee und Ivan Perisic im Angriff. Auf der linken Abwehrseite bekam Alphonso Davies eine Pause. Für ihn rückte Lucas Hernández in die Mannschaft.

Hernández und Embolo mit Großchancen

Der Franzose hatte dann nach 21 Minuten die erste Großchance des Spiels. Nach einem Fehler von Gladbachs Matthias Ginter stand Hernández plötzlich frei vor Torwart Yann Sommer, doch der Torwart parierte glänzend. In dieser Phase ging es Schlag auf Schlag. Nur wenig später hatte Embolo die Riesen-Chance zur Gladbacher Führung, scheiterte jedoch erst an Torwart Neuer und dann an sich selbst.

Kuriose Tore

In der 26. Minute profitierten die Münchner dann von einem Geschenk der Gladbacher. Nach einem Fehler von Sommer, der dem Stürmer den Ball am eigenen Strafraum per Fehlpass auflegte, musste Zirkzee nur noch ins leere Tor einschieben. "Das war ein ganz klarer Fehler von mir, ich habe die falsche Entscheidung getroffen. Ich ärgere mich extrem darüber", sagte der Schweizer.

Gladbach blieb unbeeindruckt. Spielfreudig suchten die Borussen immer wieder den Weg nach vorne, agierten dabei aber entweder zu ungenau oder scheiterten an der gut sortierten Bayern-Abwehr. Dennoch: Die Statistik sprach in dieser Phase für die Gladbacher - mehr Ballbesitz, mehr Zweikampfhärte.

Der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich kam dennoch glücklich zustande. Innenverteidiger Benjamin Pavard rutschte in der 37. Minute in eine scharfe Flanke von Patrick Herrmann und bugsierte den Ball so ins eigene Tor. Mit 1:1 ging es in die Pause- leistungsgerecht.

Gladbach startet besser in Hälfte zwei

Auch die erste Chance der zweiten Halbzeit hatten die Gladbacher. Nach einer Flanke von Ramy Bensebaini verpasste zunächst Embolo, Neuer musste dann Kopf und Kragen riskieren, um den Ball vor dem einschussbereiten Hofmann zu klären. In der 53. Minute scheiterte Herrmann am glänzend parierenden Neuer.

Den Bayern war anzumerken, dass die Automatismen und die Selbstverständlichkeit der vergangenen Wochen fehlten. Ohne Lewandowski und Müller mangelte es vorne zudem an Durchschlagskraft. Das Team wirkte zudem teilweise müde.

Bayern nur mit Standards und Einzelaktionen gefährlich

Erst nach einer Stunde arbeiteten sich die Bayern wieder ins Spiel. Gladbach machte aber keine Anstalten, in Ehrfurcht zu erstarren und sich in die eigene Hälfte zurückzuziehen. Dennoch sorgten Einzelaktionen des eingewechselten Kingsley Coman und Standdardsituationen für Gefahr. In der 66. Minute entschärfte Sommer dann einen Schuss von Serge Gnabry.

Gladbach blieb hinten stabil und beschäftigte die Bayern auch in deren Abwehr. Doch in der Schlussphase wurde der Druck immer größer. In der 86. Minute vergaß der eingewechselte Oscar Wendt auf seiner linken Abwehrseite Pavard, der den Ball auf den frei stehenden Goretzka passte. Der hatte dann aus kurzer Distanz keine Mühe.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell Hörfunk am 13. Juni 2020 um 20:40 Uhr.

Darstellung: