Werders Josh Sargent (r) kämpft gegen Stuttgarts Borna Sosa um den Ball.  | Bildquelle: dpa

2:1-Sieg in Bremen Stuttgart gewinnt verdient

Stand: 06.12.2020 18:37 Uhr

Bundesliga-Aufsteiger Stuttgart hat bei Werder Bremen verdient gewonnen und orientiert sich in der Tabelle wieder nach oben. Ärger gab es um VfB-Doppeltorschütze Silas Wamangituka - wegen der Art und Weise, wie er seinen zweiten Treffer einnetzte.

Silas Wamangituka (31., Foulelfmeter/90.+1) traf beim Stuttgarter 2:1 (1:0)-Sieg am Sonntag (06.12.2020) in Bremen doppelt für die auswärtsstarken Schwaben. Kuriosum: Für die aufreizend langsame Art und Weise, wie er den zweiten Treffer einnetzte, sah er die Gelbe Karte. Werder war zwar stets bemüht, kam aber über gute Ansätze und ein zu spätes Tor von Davie Selke (90.+3) nicht hinaus. Stuttgart zeigte sich vom 1:3 zuletzt gegen Bayern München gut erholt und gewann erstmals seit 2006 an der Weser.

Matarazzo: "Das war keine Unsportlichkeit" von Silas

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo sagte der Sportschau nach Spielschluss: "Ich bin froh, dass wir uns wieder belohnen konnten. Wir haben als Mannschaft bis zum Schluss gekämpft und deshalb bin ich sehr glücklich über die drei Punkte." Zu Wamangutikas Aktion meinte er: "Er ist ein sehr schüchterner Junge, strahlt keine Arroganz aus. Das war keine Unsportlichkeit, sondern eher ein Zeitspiel, wie wenn man zur Eckfahne geht. Das hat er mir nach dem Spiel auch gesagt und ich glaube ihm."

Unruhiges Bremer Umfeld

Während sich die Stuttgarter im Mittelfeld etablieren, drohen in Bremen wieder einmal unruhige Tage, nicht nur wegen der zweiten Niederlage in Folge. Auch im Umfeld rumort es. Fernsehjournalist Jörg Wontorra will für den Aufsichtsrat kandidieren. Er und die "Gruppe besorgter Vereinsmitglieder", zu denen auch die früheren Werder-Verantwortlichen Klaus-Dieter Fischer, Willi Lemke und Manfred Müller zählen, wollen einen Kurswechsel in der Vereinspolitik.

Osako vergibt die Bremer Führung

Beide Mannschaften mussten in der Offensive verletzungsbedingt weiterhin auf viel Prominenz verzichten. Bei Werder fehlten unter anderem Niclas Füllkrug (Wade) und Milot Rashica (Oberschenkel), Stuttgart spielte ohne Daniel Didavi (Hüfte) und Nicolas González (Knie). Die Hausherren kamen mit den Ausfällen zunächst besser zurecht. So sorgten Tahith Chong und Joshua Sargent für ein frühes Pressing, Yuya Osako hatte nach einer schönen Kombination schon nach fünf Minuten die große Möglichkeit zur Führung - doch der Japaner schoss knapp über das Tor.

Stuttgarter Spielanlage reifer

Stuttgart stellte sich mit der Zeit aber besser auf das aggressive Anlaufen ein und kam besser ins Spiel. Borna Sosa (14.) sorgte aus der Distanz für Gefahr, Wamangituka blieb beim Strafstoß eiskalt, nachdem Chong Wataru Endo am Fuß getroffen hatte. Es war bereits der vierte Saisontreffer des auffälligsten Stuttgarters. Trotz einiger guter Ansätze der Bremer wirkte das Spiel der Stuttgarter insgesamt reifer und durchdachter. Kapitän Gonzalo Castro und Endo zogen im Zentrum geschickt die Fäden.

Und die Schwaben mischten immer wieder auch überraschende Aktionen ein, wie Sosa (48.) bei seinem frechen Distanzschuss, der sich gefährlich ans Außennetz drehte. Die Bremer ließen sich zwar nie hängen und versuchten immer wieder, Druck aufzubauen. Doch gegen die stabile VfB-Defensive taten sie sich schwer, zwingende Torchancen zu kreieren. Zudem erwischte VfB-Keeper Gregor Kobel einen guten Tag und war ein sicherer Rückhalt.

Ball ins Tor "spaziert": Gelbe Karte für den Schützen

Am Ende sorgte Wamangituka für die Entscheidung, als er ein Missverständnis von Bremens Torhüter Jiri Pavlenka und Verteidiger Ömer Toprak nutzte, den Ball stibitzte und ihn aufreizend langsam ins Tor "spazierte". Schiedrichter Frank Willenborg wertete dies als Unsportlichkeit und zeigte ihm dafür noch die Gelbe Karte.

Bremens Torschütze Selke echauffierte sich bei "Sky": "Das war respektlos! Da brauchen wir gar nicht drumherum zu reden." Werders Trainer Florian Kohfeldt wollte die Szene "nicht überdramatisieren". Für Gesprächsstoff sorgte sie in jedem Fall, auch noch lange nach dem Abpfiff.

Bremen muss nun am Samstag (12.12.2020) um 15.30 Uhr bei RB Leipzig ran. Stuttgart spielt zeitgleich bei Borussia Dortmund.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Dezember 2020 um 17:26 Uhr.

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