Bremens Milos Veljkovic ist nach einem Zweikampf am Boden | Bildquelle: dpa

Bundesliga Mainz treibt Bremen an den Abgrund

Stand: 20.06.2020 19:22 Uhr

Der 1. FSV Mainz 05 hat gegen Werder Bremen am 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 3:1 (2:0) gewonnen. Damit sind die Mainzer endgültig gerettet. Werder dagegen hat den Klassenerhalt nicht mehr in eigener Hand.

Werder Bremen taumelt dem ersten Abstieg seit 40 Jahren entgegen: Bei der 1:3-Niederlage im Keller-Showdown beim 1. FSV Mainz 05 gab Werder am Samstag (20.06.2020) die letzte Chance aus der Hand, den Abstieg aus eigener Kraft noch abzuwenden.

Die Mainzer hingegen verwandelten durch die Treffer von Robin Quaison (25.), Jean-Paul Boetius (30.) und Edimilson Fernandes (85.) ihren ersten "Matchball" und sind endgültig gerettet. Yuya Osakos Anschlusstreffer (58.) war zu wenig für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt, die bei der Niederlage im "Schicksalsspiel" wieder einmal jene Schwächen offenbarte, die sie vor dem Saisonfinale in eine nahezu aussichstlose Lage gebracht haben.

Werder entschlossen, Mainz stabil und effektiv

Die Bremer begannen entschlossen, offensiv und schnürten die Mainzer in der Anfangsphase am eigenen Strafraum ein. Doch bei den vergebenen Chancen von Josh Sargent (5., 14. ) und Leonardo Bittencourt (7.) wurde einmal mehr die fehlende Abgeklärtheit und Ruhe beim Abschluss deutlich.

Auf der anderen Seite zeigte sich Bremen in der Defensive anfällig - und ließ die Mainzer immer wieder zu einfach vors Tor kommen. Boetius hatte schon völlig freistehend (17.) die Führung auf dem Fuß. Die besorgte dafür Quaison nach einem der vielen gefährlichen Freistöße von Daniel Brosinski: Onisiwos Kopfball kratzte Theodor Gebre Selassie noch von der Linie, Quaison vollendete im Nachsetzen.

Mainz schockt Werder mit Doppelschlag vor der Pause

Werder war geschockt - Mainz setzte gnadenlos nach und nutzte den nächsten Bremer Blackout: Latza marschierte fünf Minuten später beinahe ungestört durchs Mittelfeld, bediente Boetius - der traf überlegt mit einem satten Linksschuss aus 20 Metern. Die angeschlagenen Bremer durften sich im Anschluss bei ihrem starken Torhüter Jiri Pavlenka bedanken, der mehrfach glänzend parierte - und dadurch verhinderte, dass das Spiel nicht schon vor der Pause verloren war.

Werder-Coach Kohfeldt stellte im zweiten Durchgang auf ein 4-4-2-System um, brachte Niclas Füllkrug als zweite Spitze - der dann mit einer starken Willensleistung, als er den Ball im Strafraum behauptete, Werders Anschlusstor einleitete. Osako verwertete den Abpraller.

Werder blieb druckvoll - doch Mainz zeigte sich unbeeindruckt, blieb stabil, kampfstark - und kam immer wieder zu gefährlichen Kontern. Bremens Angriffsbemühungen dagegen wurden mit zunehmender Spieldauer immer konfuser, auch die Einwechslungen von Sturm-Oldie Claudio Pizarro und Davie Selke brachten keine Besserung. Fünf Minuten vor dem Ende verloren die Bremer den eingewechselten Edimilson Fernandes aus den Augen, der endgültig für die Mainzer Rettung sorgte.

Beierlorzer: "Riesig für den Standort Mainz"

"Für den Standort Mainz ist das riesig, ein weiteres Jahr in der Bundesliga zu bleiben und sich weiter mit den Besten zu messen. So können wir uns weiter entwickeln", sagte Coach Achim Beierlorzer in der ARD Sportschau.

Mainz zum Finale in Leverkusen, Bremen gegen Köln

Die Mainzer können nun am letzten Spieltag in Leverkusen die Saison austrudeln lassen. Bremen darf sich an einen letzten Strohhalm klammern. Gegen den 1. FC Köln muss ein eigener Sieg her. Parallel dazu muss Werder auf eine Düsseldorfer Niederlage bei Union Berlin hoffen - dann würde Bremen die Fortuna überholen und sich zumindest auf den Relegationsplatz retten. Bei einem Unentschieden der Fortuna bräuchte Werder einen Sieg mit mindestens vier Treffern, um den direkten Abstieg zu vermeiden.

"Es wird extrem schwer. im Moment ist es eine große Leere, wir haben heute eine große Chance nicht genutzt", sagte Werder-Coach Kohfeldt am Sportschau-Mikrofon. "Aber wir sind es allen, die dem Verein die Daumen drücken, schuldig, dass wir am Samstag noch einmal alles probieren werden. Und dann hoffentlich noch eine Chance bekommen werden."

Werder-Geschäftsführer Baumann: "Werden nicht aufgeben"

Geschäftsführer Frank Baumann gab sich in der Sportschau kämpferisch: "Aufgeben steht für uns nicht zur Diskussion. Wir werden die Mannschaft wieder aufbauen und dann mit vollem Engagement ins letzte Spiel gehen, um doch noch das kleine Wunder zu schaffen."

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Juni 2020 um 18:00 Uhr.

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