Bayerns Spieler bejubeln ein Tor  | Bildquelle: Bongarts/Getty Images

4:3 gegen Hoffenheim Bayern braucht am Ende Glück

Stand: 05.02.2020 23:30 Uhr

Bayern München steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Nach einem souveränen Start gab es am Mittwoch (05.02.2020) am Ende aber einen knappen Sieg gegen Bundesliga-Konkurrent 1899 Hoffenheim.

Insgesamt ging der 4:3 (3:1)-Erfolg der Münchener aber so gerade noch in Ordnung, weil der Rekordmeister lange Zeit dominiant und im Abschluss einfach effektiver war. Von ihren schlechten ersten 45 Minuten erholte sich die TSG zwar, verpasste aber am Ende die Überraschung trotz einer beeindruckenden Aufholjagd.

Ein Doppelpack des eingewechselten Munas Dabbur (82. Minute, 90.+2) brachte die Gäste nah ran, nachdem die Münchener durch ein Eigentor von Benjamin Hübner (13.) sowie Treffer von Thomas Müller (20.) und Robert Lewandowski (36., 80.) aus einem 0:1 (Eigentor Jérôme Boateng, 8.) ein 4:1 gemacht hatten. "Vielleicht tut es uns gut, wenn wir sehen, was passiert, wenn wir nachlassen", kommentierte Münchens David Alaba nach der Partie in der Sportschau.

"Wir hatten sie eigentlich im Griff, haben Hoffenheim dann aber mit Nachlässigkeiten wieder ins Spiel gebracht", gab auch Bayerns Serge Gnabry zu. 1899-Torwart Philipp Pentke, der einige starke Paraden aber auch zwei Unsicherheiten im Rauskommen gezeigt hatte, meinte: "Der Anschluss kam ein bisschen spät. Aber in der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft einen super Auftritt hingelegt." Auch der Ex-Münchener Sebastian Rudy haderte mit dem späten Aufwachen der Hoffenheimer: "In der zweiten Halbzeit haben wir das richtige Gesicht gezeigt. Das hätten wir schon früher machen sollen."

Erstmal zwei Rückschläge für Bayern

Die Partie hatte gleich mit zwei Rückschlägen für die Bayern begonnen. In der 5. Minute spielten Müller und Lewandowski mit einer Klasse-Kombination ein Tor heraus. Das wurde aber nach Videobeweis wieder aberkannt, weil Müller bei der Vorlage mit den Zehenspitzen im Abseits gestanden hatte. Es kam noch schlimmer. Drei Minuten später brachte Ihlas Bebou nach Vorarbeit von Andrej Kramaric den Ball scharf vor das Bayern-Tor - Boateng hielt den Fuß zu Abwehrzwecken hin, überwand damit aber seinen eigenen Torhüter Manuel Neuer.

Ein Eigentor legten aber die Hoffenheimer fünf Minuten später auch hin, sogar beinahe baugleich: Coutinho schickte Alphonso Davies auf der Außenbahn steil, dessen Flanke war für Müller gedacht - wurde aber von Abwehrspieler Bejamin Hübner unglücklich ins TSG-Tor abgefälscht.

Pentke dreimal stark, einmal schwach

Danach rissen die Bayern das Spiel an sich. Erst bediente Alaba perfekt Müller, der volley zum 2:1 verwertete (20.). In der Folge war es allein Torhüter Pentke zu verdanken, dass es nach Großchancen von Gnabry (21.), Lewandowski (23.) und noch einmal Gnabry (24.) bei der knappen Bayern-Führung blieb.

Doch die Gastgeber hielten den Druck hoch, so hoch, dass es auch für Pentke zu viel wurde. Bei einem hohen Ball kam er beim Herauslaufen zu spät, faustete ins Leere - und ins leere Tor flog dann der Kopfball von Lewandowski zur 3:1-Führung (36.).

Nordtveit muss genäht werden

Im zweiten Durchgang gingen die Gastgeber dann aber doch etwas in den Verwaltungsmodus über. "Da hatten wir nicht mehr die Intensität, die wir brauchen", stellte auch Bayern-Trainer Hansi Flick in der Sportschau-Analyse fest. Hoffenheim merkte das nach rund einer Stunde auch und legte konsequent den Vorwärtsgang ein. Havard Nordtveit traf per Kopf die Latte, stand aber knapp im Abseits und zog sich durch das hohe Bein von Benjamin Pavard auch noch eine Platzwunde zu, die auf dem Platz genäht wurde.

Und die unglücklichen Momente hielten an. Hübner traf in der 72. Minute zum vermeintlichen Anschluss, hatte aber vor seinem Schuss den Ball minimal mit der Hand berührt. Schiedsrichter Sascha Stegemann pfiff den Treffer zurück. Kurz danach stand Christoph Baumgartner völlig frei vor Neuer, schoss aber über das Tor.

Lewandowski mit der Vorentscheidung

Die Strafe folgte in der 80. Minute: Bei Joshua Kimmichs Ecke verschätzten sich Hübner und Pentke. Lewandowski köpfte unbedrängt zum 4:1 ein. Hoffenheims Wintereinkauf Dabbur verkürzte nach einem Pavard-Patzer noch einmal auf 2:4 (82.) und in der Nachspielzeit auf 3:4. Aber trotz großen Betriebs in den letzten Minuten blieb den Gästen der Ausgleich verwehrt.

Der Gegner der Münchner im Viertelfinale (3./4. März) wird am Sonntag ab 18 Uhr live in der Sportschau ausgelost. In der Bundesliga geht es für den FC Bayern zur selben Zeit mit dem Spitzenspiel gegen Verfolger RB Leipzig weiter. Hoffenheim spielt bereits am Samstag (15.30 Uhr) im Südwest-Duell beim SC Freiburg.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Mittwoch, 05.02.2020, 20.15 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Februar 2020 um 06:45 Uhr.

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