Lewis Hamilton beim Formel-1-Rennen in Spa | Bildquelle: Pool via REUTERS

Formel 1 in Belgien Hamilton feiert 89. Sieg

Stand: 30.08.2020 17:13 Uhr

Lewis Hamilton beim Formel-1-Rennen in Spa | Bildquelle: Pool via REUTERS
galerie

Lewis Hamilton beim Formel-1-Rennen in Spa

Auf den Tag genau 28 Jahre nach dem ersten von 91 Formel-1-Siegen Michael Schumachers hat Mercedes-Pilot Lewis Hamilton zum 89. Mal in der Königsklasse triumphiert. Zweiter beim Großen Preis von Belgien wurde Teamkollege Valtteri Bottas. Mercedes dominierte, Ferrari erlebte das erwartete Debakel. Das Rennen stand im Zeichen des Gedenkens an den französischen Rennfahrer Anthoine Hubert.

Von Jo Herold

Der 35-jährige Hamilton absolvierte am Sonntag (30.08.2020) erneut ein (fast) völlig fehlerfreies Rennen und baute seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf 47 Zähler vor Max Verstappen aus, der in den Ardennen Dritter wurde. Ein hervorragendes Ergebnis lieferte Renault ab, das mit Daniel Ricciardo (AUS) auf Rang vier und Esteban Ocon einen Platz dahinter zwei Autos in die Top fünf brachte.

Ricciardo sicherte sich zudem den Extrapunkt der schnellsten Rennrunde. Pech hatte hingegen McLaren, das Team des deutschen Teamchefs Andreas Seidl: Bereits vor dem Start streikte der Rennwagen von Carlos Sainz jr., wodurch McLaren es verpasste, sich auf Rang drei in der Konstrukteurswertung zu schieben. "Es war nicht das leichteste Rennen", sagte Sieger Lewis Hamilton bei "sky", "ich war wegen der Reifen am Ende etwas nervös, dass dasselbe passiert wie in Silverstone." Damals war der Reifen am Rennwagen des Weltmeisters in der Schlussrunde geplatzt.

Ferrari war - wie erwartet - chancenlos und beendete den siebten Grand Prix der Saison auf den Plätzen 13 (Sebastian Vettel) und 14 (Charles Leclerc). In der Teamwertung verlor Ferrari Boden gegenüber Racing Point und McLaren und muss sich nun mit den stärker werdenden Renaults um Platz sechs streiten. "Wir waren von der Geschwindigkeit her nicht so wie in den Rennen zuvor, haben uns aber auch schwer getan, die Reifen ans Arbeiten zu kriegen", sagte Vettel bei "RTL", "aber auch, wenn es besser gelaufen wäre, hätten wir hier nicht auf Platz fünf gestanden."

Schweigeminuten für Rassismus-Opfer und für Anthoine Hubert

Kurz vor dem Start hielten die Piloten und Teams zwei Gedenkminunten ab. Zuerst wurde aller Opfer von Rassismus gedacht. Kurz danach versammelten sich die Fahrer in einem Kreis um das Bild von Anthoine Hubert. Der Franzose war vor einem Jahr bei einem Rennen der Formel 2 tödlich verunglückt.

Der Start des Rennens verlief kurze Zeit später ereignisarm. Hamilton und Bottas in den beiden Mercedes behielten ihre Spitzenposition, dahinter schien Verstappen kurzzeitig in der Position zu sein, den vor ihm gestarteten Bottas anzugreifen. Der Finne wehrte erfolgreich ab, stattdessen geriet Verstappen im Red Bull unter Druck von Ricciardo. Der Australier lieferte sich mit dem "Oranje"-Talent ein atemberaubendes Seite-an-Seite-Duell durch die Mut-Kurven Eau Rouge und Raidillon.

In Runde elf musste das Safety Car auf die Strecke: Antonio Giovinazzi im Alfa Romeo verlor die Kontrolle über seinen Rennwagen und schlug in der Streckenbegrenzung ein, der Williams-Rennwagen des nachfolgenden George Russell wurde von einem abgerissenen Rad des Alfa getroffen und krachte auch in die Bande. Beide Fahrer stiegen unverletzt aus ihren Wracks aus.

Ferrari zur Zeit nicht besser als die Hinterbänkler

Sofort nutzten viele Teams die Rennpause zu den ersten Boxenstopps. Pech hatte dabei Leclerc, dessen Stopp etwa zehn Sekunden dauerte und er so nicht nur seinen zwölften Platz an Vettel verlor, sondern bis auf Platz 14 durchgereicht wurde. Kurz nach dem Restart musste dann Vettel seinen Platz an Kimi Räikkönen übergeben, der im Alfa mit dem Ferrari-Motor locker am roten Renner des viermaligen Weltmeisters vorbeizog und das Rennen auch vor Vettel beendete.

Trotz des nächsten schlimmen Debakels für die Scuderia - einen Topwert sicherte sich Ferrari im Rennen: Charles Leclerc schoss dank Windschatten und Überholhilfe-System DRS mit einem Spitzenwert von 359 km/h über die Piste.

Das nächste Rennen findet bereits in einer Woche statt. Doch ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix für Ferrari in Monza wird die Scuderia aller Voraussicht nach erneut wegen der mangelnden Motorenleistung chancenlos bleiben. Sportschau.de ist am 6. September in allen Trainingssessions und beim Rennen ab 15.10 Uhr wieder live dabei.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. August 2020 um 17:00 Uhr.

Darstellung: