Bayern München gewinnt 2:0 gegen Augsburg | Bildquelle: REUTERS

Fußball-Bundesliga Bayern schlägt Augsburg - aber mit viel Mühe

Stand: 08.03.2020 18:38 Uhr

120 Jahre FC Bayern, das roch nach einer Gala gegen den FC Augsburg. Doch der FCA gab fast den Spielverderber. Das Team von Martin Schmidt verlor zwar am Ende, hätte aber mit etwas Glück durchaus einen Punkt mitnehmen können.

Anlässlich des 120. Vereinsgeburtstages spielte der FC Bayern gegen den FC Augsburg am Sonntag (08.03.2020) im schicken weiß-burgunderroten Sondertrikot. Der Auftritt der Münchner war aber alles andere als festlich. Durch Treffer von Thomas Müller (53. Minute) und Leon Goretzka (90.+1) sprang am Ende ein mühevoller 2:0 (0:0)-Arbeitssieg heraus.

Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick blieb somit im 15. Pflichtspiel in Folge ungeschlagen und zum vierten Mal nacheinander ohne Gegentreffer. Der Tabellenführer hat nun vier Punkte Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund, der Leipzig vom zweiten Rang verdängt hat. Für die Augsburger wird die Lage im Abstiegskampf nach dem fünften Spiel ohne Sieg wieder bedrohlicher.

Torschütze Goretzka sagte im ARD-Hörfunk nach Spielschluss: "Heute hatten wir die Gelegenheit, unseren Vorsprung wieder ein bisschen zu erweitern. Diese Gelegenheit haben wir genutzt - wenn auch nicht mit Bravour. Wir haben eben die drei Punkte mitgenommen. Darauf kommt es im Endeffekt an."

Luthe mit starkem Auftritt

Mit einer riesigen Choreographie hatten die Bayern-Anhänger vor dem Anpfiff den Rahmen zum Jubiläum bereitet. Nur die Profis auf dem Platz wollten zuerst nicht mitspielen. Erst nach gehöriger Anlaufzeit gab es für den Bayern-Anhang Grund zu jubeln. Müller versenkte bei seinem sechsten Saisontor einen Traumpass von Jérôme Boateng über 50 Meter direkt aus der Luft.

Weitere Tore verhinderten Augsburgs starker Torwart Andreas Luthe oder Münchner Nachlässigkeiten im Abschluss. FCA-Trainer Martin Schmidt hatte Luthe den Vorzug gegenüber dem häufig unsicheren Tomas Koubek gegeben.

Schwache erste Hälfte wie seit Jahren nicht mehr

Ideenlos und ohne Tempo: Der FC Bayern agierte im ersten Durchgang so harmlos wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Bezeichnend: Ein abgeblockter Versuch von David Alaba in der 39. Minute war die erste echte Torannäherung. Die Defensive des FCA stand sicher und kompakt. Auch der 18 Jahre alte Robert-Lewandowski-Ersatz Joshua Zirkzee war bei Jeffrey Gouweleeuw und Tin Jedvaj gut aufgehoben und praktisch ungefährlich. Serge Gnabry oder Philippe Coutinho blieben ebenfalls weitgehend wirkungslos.

Niederlechners Treffer zählt nicht

Nach der Pause erhöhte der Favorit spürbar den Druck. Zirkzee (65.) hatte die Entscheidung auf dem Fuß, schoss aber den am Boden liegenden Luthe an. Auch Coutinho (69.) und Gnabry (71.) vergaben freistehend. Kurz vor Spielende traf Niederlechner ins Bayern-Tor, der Treffer wurde aber wegen Abseits nicht gegeben. Goretzka sorgte in der Nachspielzeit nach Vorarbeit von Gnabry schließlich für die Entscheidung.

Augsburgs Marco Richter ärgerte sich nach dem Schlusspfiff im ARD-Hörfunk: "Meines Erachtens waren es zwei saublöde Tore. Das war ein bisschen zu einfach. Das ist schon ein bisschen bitter. Aber wir können aufbauen auf unserer Leistung."

Der FC Bayern spielt nun am Samstag (14.03.2020) um 18.30 Uhr bei Union Berlin. Augsburg empfängt tags darauf um 18 Uhr den VfL Wolfsburg.

DFB-kritisches Transparent der Augsburger Fans beim Auswärtsspiel in München | Bildquelle: REUTERS
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DFB-kritisches Transparent der Augsburger Fans beim Auswärtsspiel in München

Proteste, aber keine Diffamierungen

Eine Woche nach den Aufsehen erregenden Ereignissen von Hoffenheim setzten die Fanlager ihren Protest gegen den DFB und die DFL fort. Auch die Münchner Vereinsführung musste sich Kritik gefallen lassen. Diffamierungen einzelner Personen wie Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp blieben aber aus.

Auf Transparenten war etwa zu lesen "Das Geld im Visier - Die Basis im Fadenkreuz - Fickt euch DFB/DFL". In Anspielung an eine Äußerung von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge war zu lesen: "Das ganz hässliche Gesicht des FC Bayern zeigen die, die Blutgeld von Katar & Co nehmen". Auch Sprechchöre wie "Scheiß DFB" waren zu hören. Eine Spielunterbrechung oder gar ein Abbruch der Partie drohte zu keinem Zeitpunkt.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. März 2020 um 18:00 Uhr.

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