Spielszene | Bildquelle: REUTERS

Handball-EM Deutschland besteht Willenstest gegen Tschechien

Stand: 22.01.2020 21:45 Uhr

Deutschland hat vor dem Spiel um Platz fünf bei der Handball-EM gegen Portugal am Samstag (16 Uhr, Livestream und Live-Ticker bei sportschau.de) noch einmal Willensstärke gezeigt. Der Sieg gegen Tschechien war aber ein hartes Stück Arbeit.

Von Christian Hornung und Frank van der Velden

Beim 26:22 (13:10) zeigte sich die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop am Mittwochabend (22.01.2020) zwar erneut charakterstark, wirkte aber nicht so geschlossen und konzentriert wie zuvor beim 34:22 über Co-Gastgeber Österreich.

Handball-EM: Tschechien gegen Deutschland - die Zusammenfassung
Handball-EM: Tschechien gegen Deutschland - die Zusammenfassung

"Das war das erwartet letzte Spiel, in dem die Tschechen eben auch noch mal wollten und wir zu viele verschiedene Phasen drin hatten", sagte Prokop im ZDF: "Wir haben kein Feuerwerk abgebrannt, aber noch einen Pflichtsieg verbucht. Wien war sehr schön für uns."

Golla sorgt für Vier-Tore-Vorsprung

Von Beginn an hielten die Tschechen, bis dahin punktloser Letzter der Hauptrunden-Gruppe I, gut mit. Erst nach 20 Minuten stellte Kreisläufer Johannes Golla den Vorsprung mit einem beherzten Rückhandwurf auf einen Vier-Tore-Vorsprung: 10:6.

Auch begünstigt durch die ein oder andere Fehlentscheidung (Tobias Reichmann bekam zwei Minuten, obwohl er den Ball nicht mit dem Fuß, sondern mit der Hand geblockt hatte/24. Minute), kam Tschechien aber wieder heran, ehe Golla und Philipp Weber für den Halbzeitstand sorgten - auch weil Johannes Bitter im Tor wieder eine Top-Leistung zeigte. Er wurde wie schon nach dem Spiel gegen Österreich als "Man of the Match" ausgezeichnet. Philipp Weber war mit fünf Treffern erfolgreichster deutscher Werfer. "Er macht heute wieder ein richtig gutes Spiel", sagte Teammanager Oliver Roggisch schon in der Pause am ZDF-Mikrofon über Weber.

"Vorne keine Alibi-Aktionen"

Prokop lobte in einer Auszeit kurz vor dem Wechsel zu Recht die Defensive: "Ihr macht eine phantastische Abwehrarbeit!" Er monierte aber auch: "Vorne keine Alibi-Aktionen, geht mit mehr Dampf drauf!" In der Tat wirkte die Offensive im Abschluss oft zu überhastet und vernachlässigte sträflich die Linksaußen-Position, auf der Kapitän Uwe Gensheimer förmlich verhungerte. "Im Moment sind die dran, weil wir unsere Chancen nicht nutzen", so Prokop.

Analyse: Johannes Golla über seine kuriose EM-Premiere
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Roggisch haderte zur Pause: "Wir werfen vorne noch zu viel weg, lassen zu viele Torchancen liegen." Das wurde nach dem Seitenwechsel zunächst nicht besser. Deutschland blieb die ersten sechs Minuten torlos und ließ den Gegner sogar mit 14:13 in Führung gehen.

Reichmann trifft aus dem Feld

Über Jannik Kohlbacher und Fabian Böhm kam das DHB-Team aber wieder in die Spur. Auch Tobias Reichmann, der diesmal vom Siebenmeterpunkt schwächelte, erzielte von der Rechtsaußen-Position wichtige Tore.

Bis kurz vor Schluss blieb es aber eine zähe Angelegenheit. Die Deutschen ließen im Angriff immer wieder Tempo und Passgenauigkeit vermissen, erst Gensheimer mit einem Siebenmeter und Kai Häfner per "Dreher" sorgten sieben Minuten vor dem Ende für die Vorentscheidung. Als die Tschechen dann gleich mehrere zweifelhafte Zeitstrafen aufgebrummt bekamen, war ihr Widerstand gebrochen.

Jetzt gegen Portugal

Gegen Portugal geht es Samstag also nun um Platz fünf. Man wolle im Hinblick auf die "schwere Olympia-Qualifikation bis zum Schluss alle Möglichkeiten nutzen, die die EM uns bietet. Gegen Portugal werden wir alles nochmal reinwerfen", sagte Prokop.

Quelle: sportschau.de

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