Deutschlands Patrick Wiencek (l.) und Spaniens Ferran Sole Sala  | Bildquelle: imago images/Bildbyran

Handball-EM DHB-Team verliert deutlich gegen Spanien

Stand: 11.01.2020 19:50 Uhr

Das ist ein herber Rückschlag: Die deutschen Handballer haben bei der EM eine deutliche 26:33-Pleite gegen Titelverteidiger Spanien kassiert.

Kein Biss, keine Ideen und keine Klasse: Deutschlands Handballer haben nach einem teilweise desolaten Auftritt einen herben Rückschlag bei der Europameisterschaft erlitten. Die DHB-Auswahl kassierte am Samstag (11.01.2020) im zweiten Vorrundenspiel gegen Titelverteidiger Spanien eine ganz bittere 26:33 (11:14)-Niederlage und steht im Kampf um den angepeilten Halbfinal-Einzug nun schwer unter Druck.

Während die Spanier bereits das Ticket für die Hauptrunde lösten, darf sich der Europameister von 2016 im abschließenden Gruppenspiel gegen Außenseiter Lettland am Montag keinen Patzer und in der nächsten Turnierphase keine weitere Niederlage leisten, soll der Medaillentraum nicht vorzeitig platzen. Bester deutscher Werfer war Hendrik Pekeler mit fünf Toren.

Prokop: "Spanier waren uns in allen Bereichen überlegen"

"Wir kommen schlampig in das Spiel, obwohl wir sehr gut vorbereitet waren", sagte Bundestrainer Christian Prokop in der ARD-Sportschau: "Aber die Spanier waren uns in allen Bereichen überlegen. Wir haben in der Abwehr inklusive Torhüter nicht das gezeigt, was man in so einem Spiel braucht. Und es war eine unterirdische Angriffsleistung." Im Hinblick auf das Spiel gegen Lettland ist Prokop dennoch zuversichtlich: "Sie sind sehr gut und haben auch ihre Starspieler, aber ich bin sicher, wenn wir unsere Leistung abliefern, werden wir unser Ziel Hauptrunde in Wien auf jeden Fall erreichen."

Viele unnötige Fehler

Beide Teams wussten um die Bedeutung des Spiels und begannen vor 6.558 Zuschauern in Trondheim entsprechend nervös. Erst nach 4:40 Minuten fiel das erste Tor - für den Titelverteidiger. Die DHB-Auswahl leistete sich vor allem im Angriff gegen die sehr offensiv deckenden Spanier viele unnötige Fehler und lag nach acht Minuten mit 1:4 zurück. Prokop reagierte sofort und nahm in der ersten Auszeit einige Korrekturen vor.

Wolff und Bitter ohne Glück

Doch es wurde nicht besser, was der Bundestrainer an der Seitenlinie laut schimpfend und mit bösem Blick verfolgte. Torwart Andreas Wolff bekam zudem kaum einen Ball zu fassen und musste seinen Platz zwischen den Pfosten schon nach zwölf Minuten beim Stand von 2:8 für Johannes Bitter räumen. Der 37 Jahre alte Routinier, der 2007 schon beim deutschen WM-Triumph dabei war, konnte sich aber ebenfalls kaum auszeichnen. Torhüter Bitter bestätigte in der Sportschau: "Wir haben es von Anfang an nicht geschafft, in den Kampfmodus reinzukommen."

Momentum nicht genutzt

Viel mehr Wirkung zeigte die Umstellung auf eine offensive Abwehr, mit der die Spanier schlechter zurechtkamen. Nach einem 5:0-Lauf war die DHB-Auswahl beim 9:10 plötzlich wieder dran. Die deutsche Mannschaft konnte das Momentum jedoch nicht nutzen, weil sie sich weiter zu viele Fehler in der Offensive leistete. Zudem scheiterte Kapitän Uwe Gensheimer gleich zweimal beim Siebenmeter am überragenden spanischen Keeper Gonzalo Perez de Vargas. So zogen die Spanier wieder davon.

Wechsel bringen nichts

Prokop reagierte nicht nur verbal auf die verpatzte erste Halbzeit, sondern auch personell. Die Routiniers Gensheimer und Tobias Reichmann mussten auf die Bank und wurden auf den Außenpositionen durch die EM-Debütanten Patrick Zieker und Timo Kastening ersetzt. Und Wolff kehrte ins Tor zurück. "Ihr müsst mit Schwung richtig drauf und ihnen nicht die Bälle so zuspielen", forderte Prokop in den Auszeiten, doch aus dem gebundenen Spiel klappte weiter nichts. Die deutschen Tore resultierten aus Gegenstößen und Einzelleistungen.

Und die erhoffte Wende blieb aus. Wieder erwischte Spanien den besseren Start und verschaffte sich erneut ein Fünf-Tore-Polster (18:13). Bei der deutschen Mannschaft lief an diesem Tag nichts zusammen.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

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