Spielszene aus der Partie Hertha gegen Bremen | Bildquelle: Maja Hitij/POOL/EPA-EFE/Shutters

Niederlage gegen Bremen Herthas Krise spitzt sich zu

Stand: 23.01.2021 20:46 Uhr

Die ambitionierte Hertha hat in der Fußball-Bundesliga zum Rückrundenstart zu Hause gegen Werder Bremen am Samstag (23.01.2021) ein bitteres 1:4 (1:2) kassiert und kämpft ernsthaft gegen den Abstieg.

In einem hektischen und kampfbetonten Spiel erzielte der Ex-Herthaner Davie Selke für Werder mit einem verwandelten Foulelfmeter das 1:0 (10.). Zehn Minuten später bekam auch Hertha einen zweifelhaften Strafstoß zugesprochen. Doch der vermeintlich gefoulte Matheus Cunha vergab kläglich.

Verteidiger Ömer Toprak besorgte nach einer Ecke per Kopf das 2:0 (29.) für die Gäste. Jhon Cordoba gelang zwar der 1:2-Anschlusstreffer (45.+2) für Hertha, doch Leonardo Bittencourt sorgte mit dem 3:1 (57.) wieder für klare Verhältnisse. Josh Sargent (77.) erhöhte in der Schlussphase auf 4:1. "Man kann uns nicht abstreiten, dass wir wollten", sagte Berlins Kapitän Niklas Stark nach der Partie.

Für Labbadia wird es enger

Nach der zweiten deutlichen Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten in einer Woche und nur einem Sieg aus den letzten acht Spielen dürfte es für Trainer Bruno Labbadaia enger werden. Zur Trainerfrage wollte sich Kapitän Stark aber nicht äußern: "Das ist nicht meine Entscheidung, nicht meine Sache. Ich komme jeden Tag und gebe 100 Prozent und versuche, mit der Mannschaft da rauszukommen." Labbadia selbst meinte: "Ich habe die Verantwortlichen in Berlin so kennen und schätzen gelernt, dass man, bevor man an die Öffentlichkeit gehen würde, zu mir kommt."

Auch der Manager gerät bei den Berlinern ins Visier. Vor dem Anpfiff hatten rund 250 Menschen auf einer bei der Polizei angemeldeten Demonstration den Rücktritt von Michael Preetz und dessen großen Fürsprecher, Präsident Werner Gegenbauer, gefordert.

Labbadia ging bei der Aufstellung ein Risiko ein. Der Hertha-Coach verhalf dem erst 17 Jahre alten Linksverteidiger Luca Netz zum Startelf-Debüt, dafür strich er Angreifer Dodi Lukebakio aus sportlichen Gründen aus dem Kader. "Manchmal geht es darum, aufzuwecken und keine Angst zu haben, solche Dinge zu machen", begründete Labbadia.

Selke trifft sicher

Hertha brachte sich jedoch erneut selbst in Schwierigkeiten. Maximilian Mittelstädt grätschte völlig unnötig im eigenen Strafraum und traf Romano Schmid klar am Fuß - Elfmeter. Selke verwandelte mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel. Der Stürmer musste jedoch offenbar am Oberschenkel verletzt bereits nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. Trotzdem war er nach dem Erfolg natürlich zufrieden: "Es hat richtig Spaß gemacht."

Nach Cunhas vergebenem Strafstoß, bei dem Werder-Torhüter Jiri Pavlenka nicht einmal große Mühe hatte, rannten die Berliner das Bremer Tor an - doch auch den zweiten Treffer schossen die Gäste. Nach einer Ecke stand Toprak erstaunlich frei. Die Berliner antworteten gegen Ende der ersten Hälfte mit wütenden Angriffen und wurden in der Nachspielzeit mit dem Anschluss durch Cordoba, der den Ball nach einer Flanke von Peter Pekarik wuchtig in die Maschen köpfte, belohnt.

Berliner Aktionismus führt zu nichts

Auch nach dem Seitenwechsel setzten die Berliner angetrieben von Cunha die Gäste unter Druck. Werder kam nur noch selten zu Entlastungsangriffen und musste in der 51. Minute den Ausfall des bis dahin so sicheren Abwehrchefs Toprak verkraften. Bremen verunsicherte das allerdings nicht. Hinten kompakt und vorne effektiv brachten sie den Auswärtssieg unter Dach und Fach. Sehenswert spielte Werder das 3:1 durch Bittencourt heraus und legte gegen weiter kämpfende Berliner mit einem Distanzschuss von Sargent nach.

Für Bremen, das 17 seiner nun 21 Punkte gegen Konkurrenten aus dem direkten Umfeld geholt hat, steht am kommenden Wochenende das nächste Kellerduell an. Am Samstag (30.01.2021) geht es gegen Schlusslicht Schalke 04. Hertha BSC muss zur zuletzt starken Frankfurter Eintracht.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Januar 2021 um 19:10 Uhr.

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