Spielszene Schweiz-Deutschland | Bildquelle: dpa

Remis in der Schweiz Wieder eine Führung verspielt

Stand: 06.09.2020 22:35 Uhr

Wieder nichts mit dem Premierensieg: Die deutsche Nationalmannschaft hat auch im sechsten Anlauf in der Nations League den ersten Erfolg verpasst. Gegen die Schweiz verspielte Deutschland erneut eine Führung.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw musste sich am Sonntagabend (06.09.2020) in Basel gegen die Schweiz mit einem enttäuschenden 1:1 (1:0) begnügen - und war damit sogar noch gut bedient. Wie schon im Spiel gegen Spanien verspielte die DFB-Elf eine Führung, für die diesmal Ilkay Gündogan mit einem feinen Treffer gesorgt hatte (14. Minute). Doch Silvan Widmer glich in der zweiten Hälfte für die Schweiz aus (58.).

Kroos: Brauchen mehr Lösungen

"Es war leider ähnlich wie gegen Spanien, da können wir defintiv daran arbeiten, dass wir da mehr Lösungen haben und als Mannchaft mehr Selbstvertrauen", sagte Toni Kroos im ZDF: "Wenn sechs Punkte zu verteilen sind, und du nur zwei holst, ist das enttäuschend." Und Gündogan sagte gar: "Insgesamt ist das sehr ärgerlich, das geht mir auch ein bisschen auf den Sack." Die Fehler suchte der einizige deutsche Torschütze beim eigenen Team: "Es hat komplett an uns selbst gelegen. Ich bin auch ein bisschen angepisst." 

Trainer Joachim Löw sah bei seiner Mannschaft wie gegen Spanien am Donnerstag (03.09.2020) Licht und Schatten. "Es gab gute Ansätze, aber natürlich waren beide Spiele auch mit Fehlern. Im Oktober wollen wir natürlich gewinnen", meinte Löw.

Gündogan trifft mit Gefühl

Dabei hatte die DFB-Elf den besseren Start in die Partie erwischt, sie war ballsicher und kombinierte mit einigem Spielwitz nach vorne, um nach Ballverlust sofort ins Gegenpressing zu gehen. Die Führung für Deutschland fiel dann, als in der 14. Minute Innenverteidiger Matthias Ginter am gegnerischen Strafraum auftauchte, den Ball mit etwas Glück gegen drei Schweizer behauptete und dann überlegt an die Strafraumkante zurücklegte. Ginter hatte dort Gündogan gesehen, dessen Schuss genau unten rechts im Eck einschlug. Yann Sommer im Tor der Schweizer war ohne Abwehrchance.

Seferovic: Gefahr für das deutsche Tor

Anschließend entwickelte sich ein offenes Fußballspiel, in dem nun auch die Schweizer offensiv zu gefallen wussten. Es lief die 26. Minute, als Breel Embolo Renato Steffen bediente, dessen Schuss aufs kurze Eck Bernd Leno entschärfte. Es war die erste gute Möglichkeit für die Schweiz, es sollte jedoch nicht die letzte bleiben. An den beiden gefährlichsten Aktionen war dann jeweils Haris Seferovic beteiligt. Zunächst fälschte Ginter einen Linksschuss von Seferovic mit dem Rücken ab, der Ball landete auf dem Tornetz (36.). Dann stahl sich Seferovic im Rücken von Niklas Süle davon, traf mit seinem Schuss allerdings nur den Außenpfosten (44.).

Sportschau-Experte Schweinsteiger übt Kritik

Nicht immer stimmte in diesen Momenten die defensive Struktur in der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw. Der Sportschau-Experte Bastian Schweinsteiger hat jedoch noch ein anderes Problem erkannt. "Mir fehlt ein wenig die Qualität der Innenverteidiger", sagt Bastian Schweinsteiger. Gerade mit dem Ball am Fuß könnten sich die noch verbessern: "Da fehlt mit Sicherheit noch Kreativität."

Besser sah es aus, wenn die DFB-Elf mit Tempo Richtung Schweizer Tor unterwegs war. Einmal, es lief die 32. Spielminute, wurde Timo Werner auf dem linken Flügel angespielt. Werner hob den Kopf und spielte dann flach in den Strafraum, wo Leroy Sané den Ball durchließ und Julian Draxler aus zentraler Position an Sommer scheiterte. "Man sieht, dass die Mannschaft Talent und Qualität hat", sagt Schweinsteiger: "Aber es gibt natürlich noch ein einige Dinge zu verbessern: die Kaltschnäuzigkeit und die Abgezocktheit in gewissen Situationen."

Widmer findet die Lücke

Der Beginn der zweiten Hälfte erinnerte zunächst an den der ersten, wieder dauerte es keine Viertelstunde bis ein Treffer fiel - doch diesmal jubelten die Schweizer. Die Vorlage kam von Embolo, der über die linke Seite sprintete und den Ball flach in die Mitte brachte. In der deutschen Defensive passte die Zuordnung nicht, Widmer hatte am zweiten Pfosten zu viel Platz und vollendete mit einem Schuss gegen die Laufrichtung von Leno (57.).

Viel kam anschließend nicht mehr von der deutschen Mannschaft. Werner schoss aus 18 Metern rechts am Tor vorbei (61.), einen Versuch von Julian Brandt fälschte Gegenspieler Ivan Benito noch entscheidend ab (66.) - das waren schon die besten Möglichkeiten der DFB-Elf, die am Ende sogar um den einen Punkt zittern musste. Doch einen Freistoß von Granit Xhaka lenkte Torhüter Leno noch um den Pfosten (85.).

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. September 2020 um 22:45 Uhr.

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