Japans Badminton-Star Kento Momota | Bildquelle: AFP

Weltweite Ansteckungswelle Coronavirus - erste Absagen im deutschen Sport

Stand: 26.02.2020 17:47 Uhr

Das Coronavirus breitet sich aus, Experten erwarten eine weltweite Ansteckungswelle. Auch der Sport ist betroffen. In Deutschland verändert sich zur Stunde das Verhalten: Aus Abwarten ist Handeln geworden - in der Fußball-Bundesliga aber noch nicht.

Von Olaf Jansen

Es gibt keine Zweifel: Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Experten des Robert-Koch-Instituts halten eine weltweite Ausbreitung des Erregers für wahrscheinlich. Auch in Deutschland bereiten sich die Behörden mit Notfallplänen auf eine mögliche flächendeckende Krankheitswelle der vom Virus ausgelösten Covid-19-Lungenkrankheit vor.

Badminton – German Open in Mülheim abgesagt

Was bedeutet das für den Sport? Werden auch in Deutschland bald große Veranstaltungen ohne Zuschauer stattfinden müssen oder sogar ganz ausfallen? Zur Stunde verändert sich das Verhalten deutscher Organisatoren: Aus Abwarten ist mancherorts Handeln geworden. So sagten die Veranstalter der German Open im Badminton in Mülheim am Mittwoch (26.02.20) ihre Veranstaltung ab. Die schnelle Ausbreitung des Virus sei momentan ein unkalkulierbares Risiko für Sportler und Besucher, teilten die Organisatoren mit. Das internationale Turnier sollte vom 3. März an stattfinden.

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) schätzt man die Lage noch nicht so dramatisch ein, dass - wie beispielsweise in Italien - bereits Fußballspiele abgesagt werden müssen. "Aktuell wäre dieses Mittel bei uns wohl übertrieben", sagte DFB-Arzt Tim Meyer in einem auf der DFB-Seite veröffentlichten Interview. Der Mediziner fügte aber auch hinzu: "Niemand kann seriös prognostizieren, wie die Lage in ein oder zwei Wochen sein wird."

Schalke verzichtet auf geplante Chinareise

Vorausblickend hat Bundesligist Schalke 04 allerdings bereits bekannt gegeben, auf seine im Sommer geplante Chinareise zu verzichten. "Es ist klar, dass China im Moment nicht geht. Wir haben mit unseren Kollegen drüben darüber gesprochen", erklärt Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider.

DOSB rät von Reisen in Krisengebiete ab

Eine momentan täglich aktualisierte Einschätzung liefert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) derzeit seinen angeschlossenen Vereinen. Olympia-Chefarzt Bernd Wolfarth erläutert dort in einem Newsletter empfohlene Verhaltensweisen, die sich bislang allerdings fast ausschließlich auf Reisen von oder in Krisengebiete beziehen.

"Für Organisationen, die Wettkämpfe ausrichten und Gäste aus China erwarten, empfehlen wir, frühzeitig mit dem zuständigen Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen. Von Reisen in Krisengebiete wie China, Südkorea oder Norditalien raten wir generell ab."

Bislang keine Einschränkungen bei Berliner Bahnrad-WM

Deutschlands Sport ist in Alarmbereitschaft, quasi täglich kann mit einer Verschärfung der nötigen Maßnahmen gerechnet werden, die auch in einer Einschränkung oder gar Absage sportlicher Großveranstaltungen hierzulande einher gehen würden. Am Mittwochabend (26.02.20) beginnen in Berlin die Bahnrad-Weltmeisterschaften.

Mit dabei sind natürlich auch Athleten aus den besonders stark vom Virus betroffenen Ländern China, Südkorea und Italien. "Wir stehen in Verbindung mit dem Robert-Koch-Institut, dem Weltverband UCI und dem Arzt, der hier vor Ort ist. Es gibt nach wie vor keine extremen Vorgaben", sagt Organisationschef Burckhard Bremer. Für die anreisenden Sportlern aus potenziellen Gefahrengebieten gibt er vorerst Entwarnung: "Die Chinesen waren schon drei Wochen in Grenchen in der Schweiz und haben dort trainiert, so dass dort die Zeit der Überwachung erfolgt ist."

Alarmbereitschaft bei Nordischer Ski-WM in Oberwiesenthal 

Bei den am Freitag (28.02.20) beginnenden Nordischen Ski-Weltmeisterschaften der Junioren in Oberwiesenthal wurde zunächst auch vor allem auf die Aufenthalts-Historie der chinesischen Sportlerinnen und Sportler geblickt. „Die chinesischen Athleten mussten ihre vorherigen Aufenthalte nachweisen und befinden sich seit mehreren Wochen zu Trainingszwecken in Norwegen“, berichtet Judith Pieper-Köhler, Pressesprecherin der Veranstaltung.

Auch sie betont die Wachsamkeit der Organisatoren: „Das Organisationskomitee ist mit dem Internationalen Skiverband und dem Landkreis Erzgebirgskreis im ständigen Kontakt. Die umliegenden Krankenhäuser wurden informiert und wissen, dass auch Athleten aus China am Event teilnehmen.“

Spielverbot für Amateurfußballer aus dem Kreis Heinsberg

Wegen der räumlichen Nähe zu einem Ansteckungsfall wurde am Mittwoch den Amateurfußballern des FC Wegberg-Beeck im Kreis Heinsberg der Trainings- und Spielbetrieb untersagt. Menschenansammlungen sollten vermieden werden, hieß es vom Verein.

Keine Absagen in der Fußball-Bundesliga geplant

Auf den Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga soll das Coronavirus zunächst keine Auswirkungen haben: "Nach derzeitigem Stand gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Begegnungen der Bundesliga und der 2. Bundesliga am Wochenende nicht wie geplant ausgetragen werden können", teilte die Deutsche Fußball Liga am Mittwoch mit.

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Quelle: sportschau.de

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