Kiels Rune Dahmke (l) und Kiels Domagoj Duvnjak feiern einen Treffer | Bildquelle: dpa

Endspiel der Final Four THW Kiel gewinnt Pokalfinale

Stand: 07.04.2019 17:43 Uhr

Mit einem starken Lauf nach der Pause hat der THW Kiel das DHB-Pokalfinale gegen Magdeburg gewonnen. Besonders emotional war der Titel für den scheidenden THW-Trainer Alfred Gislason - der selbst großen Anteil am Sieg hatte.

Von Volker Schulte

Kiel gewann das Endspiel des Final Four in Hamburg gegen Magdeburg mit 28:24 (14:13). Der SC hielt am Sonntag (07.04.2019) zunächst gut mit, nach 35 Minuten stand es noch 15:15. Doch dann drehte Kiel auf, führte neun Minuten später mit 24:16. Auch wenn Magdeburg zwischenzeitlich noch etwas verkürzte, war dieser 9:1-Lauf die Vorentscheidung.

THW Kiel gewinnt das Pokalfinale
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Gislason: Titel zum Abschied

"Das war ein wunderschönes Spiel von unserer Seite. Wir haben von der ersten Minute an Kampf gezeigt", sagte Niklas Landin im Ersten. Der THW-Torwart war mit etlichen Paraden und vier gehaltenen Siebenmetern einer der Matchwinner und erhielt ein Sonderlob von Trainer Gislason. "Ich bin unglaublich stolz auf die Jungs und froh, dass wir gewonnen haben und wie wir gewonnen haben", sagte der Isländer.

"Für mich ist es unglaublich wichtig, diesen Titel zu holen. Ich war sechsmal mit THW hier, wir haben immer gewonnen und es war immer anders, ein unglaubliches Gefühl. Es ist traurig, das nicht mehr auf der Fläche erleben zu können, sondern nur noch als Zuschauer. Wir werden diesen Moment genießen und dann noch schauen, was noch geht in dieser Saison."

DHB-Pokal-Finale: Die Siegerehrung
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Gislason wird den THW am Ende der Saison nach elf Jahren verlassen und versüßte sich seinen Abschied nun mit dem Titel. Auch im EHF-Pokal und als Tabellenzweiter in der Meisterschaft ist der THW noch im Rennen.

Zwei-Minuten-Strafe für Wiegert

Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert ärgerte sich über die Anfangsphase der zweiten Hälfte. "Wir sind auch durch eine Verletzung aus dem Rhythmus gekommen. Das darf uns bei unserer Leistungsdichte nicht passieren. So verliert man Titel."

Wiegert hatte intensiv gecoacht und reklamiert und eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. "Ich war überrascht. Ich habe nichts zu den Schiedsrichtern gesagt. Beide Trainer waren sehr emotional und wir kriegen die Bestrafung - aber damit muss man leben."

THW-Trainer Gislason nutzt die Tiefe des Kaders

"Es ist auch ein Sieg der Taktik von THW-Trainer Gislason", sagte ARD-Kommentator Florian Naß Mitte der zweiten Hälfte. Denn Gislason hatte überraschend mehreren Spielern aus der zweiten Reihe viel Spielzeit gegeben, die nicht die Belastung vom Vortag in den Knochen hatten. Kiel hatte sich am Samstag im späten Halbfinale mit 24:22 gegen die Füchse Berlin durchgesetzt.

DHB-Pokal-Finale: Magdeburg gegen Kiel - Analyse & Stimmen
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Gislason bestätigte im Ersten, dass er den Stammspielern mit seinen Personalentscheidungen "am Ende etwas Luft geben" wollte. "Das war ein gewisses Risiko, ist aber sehr gut aufgegangen."

Reinkind und Damgaard beste Werfer

Magdeburg wirkte nach seinem 30:29-Halbfinalsieg gegen Hannover-Burgdorf in der zweiten Hälfte des Finales müde. Kiels auch in der Tiefe ausgezeichnet besetzter Kader mit den deutschen WM-Fahrern Andreas Wolff, Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler gab letztlich den Ausschlag.

Beste Werfer des Finales waren Kiels Rückraumspieler Harald Reinkind und Magdeburgs Michael Damgaard mit jeweils sechs Treffern.

Thema in: Sportschau, Das Erste, Sonntag, 07.04.2019, 15 Uhr

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete das Erste in der Sportschau am 07. April 2019 um 15:00 Uhr.

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