Eine Air-Berlin-Maschine steigt in einen düsteren Himmel auf. | Bildquelle: dpa

Insolvente Fluggesellschaft Air Berlin zahlt dem Bund Millionen zurück

Stand: 20.09.2019 08:16 Uhr

Um den Verkauf der insolventen Fluglinie Air Berlin zu erleichtern, hatte der Bund ihr 150 Millionen Euro Kredit gewährt - den hat die Airline nun getilgt. Flugticket-Besitzer werden davon wohl nicht profitieren.

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hat den Millionenkredit der Bundesregierung zurückgezahlt. "Wir haben die letzte Rate vor zwei Tagen getilgt", sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Air Berlin hatte nach der Insolvenzanmeldung im August 2017 insgesamt 150 Millionen Euro Kredit erhalten, um die damals zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft in der Luft zu halten und ihren Verkauf zu erleichtern. Im Gegenzug verpflichtete die Bundesregierung Air Berlin, den Kredit vor allen anderen Gläubigerforderungen zu begleichen. Die Entscheidung war umstritten, da viele Kritiker Zweifel an der Rückzahlung hatten.

Noch begleichen muss Air Berlin allerdings die Zinsen für das Darlehen. "Wir werden in naher Zukunft auch hier mit der Rückzahlung beginnen können", sicherte Flöther zu. Bei einem Zinssatz von neun Prozent der Staatsbank KfW sind bereits mehr als 27 Millionen Euro aufgelaufen.

Zehn Millionen für Software, 12.000 Euro für Schokoherzen

Geld zur Schuldentilgung aufzubringen, sei "viel Kleinarbeit", sagte der Insolvenzverwalter. Ersatzteile und die Verwertung von Softwarelizenzen brachten Air Berlin mehr als zehn Millionen Euro, die Versteigerung von Memorabilia wie den Schokoladenherzen für Fluggäste ergab etwa 12.000 Euro. Inzwischen hat sich Air Berlin auch mit Kreditkartenfirmen geeinigt, die Guthaben der Air-Berlin-Kunden zunächst gesperrt hatten.

Für alle, die vor der Insolvenz Flugtickets gekauft hatten, ihre Flugreise aber nicht mehr antreten konnten, haben sich die Aussichten auf Rückzahlung allerdings nicht vergrößert: Sie müssen darauf hoffen, dass der Insolvenzverwalter den Rechtsstreit mit dem ehemaligen Großaktionär Etihad gewinnt, der Air Berlin 2017 die Gelder entzogen und sie dadurch in die Zahlungsunfähigkeit getrieben hatte.

Flöther hat die arabische Fluggesellschaft wegen Vertragsbruchs verklagt, weil sie zugesagt habe, Air Berlin weiter zu finanzieren. Bis zu einem Urteil könnten aber noch Jahre vergehen - derzeit ist noch nicht einmal geklärt, vor welchem Gericht die Klage überhaupt verhandelt wird.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. September 2019 um 06:00 Uhr.

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