Peter Altmaier Herbstprognose | Bildquelle: dpa

Altmaier legt Herbstprognose vor "Wir stehen am Scheideweg"

Stand: 30.10.2020 11:38 Uhr

Höhere private Ausgaben und ein Exportanstieg haben für ein Wirtschaftswachstum im Sommer gesorgt - trotz Corona-Krise. Das BIP stieg um 8,2 Prozent - für 2020 rechnet Wirtschaftsminster Altmaier jedoch mit einem Rückgang.

Nach dem historischen Einbruch in der Corona-Krise ist die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal wieder kräftig gewachsen: Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu.

Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier anlässlich der Vorstellung der Herbstprognose liegen diese Zahlen "weit oberhalb der Erwartungen", die Wirtschaftsforschungsinstitute und auch die Bundesregierung in früheren Annahmen hatten. Die Entwicklung im dritten Quartal zeige, dass die deutsche Wirtschaft in der Lage sei, auch unter den Bedingungen der Pandemie "Wachstumskräfte freizusetzen", sagte Altmaier.

Für ihre am Freitag vorgestellte Herbstprojektion war die Regierung nach seinen Worten von einem Plus im dritten Quartal von lediglich 6,6 Prozent ausgegangen.

Prognose für 2020: BIP-Einbruch von 5,5 Prozent

Für das Gesamtjahr 2020 sagt die Bundesregierung allerdings einen BIP-Einbruch um 5,5 Prozent voraus. Zuvor hatte sie mit einem Minus von 5,8 Prozent gerechnet. Für 2021 wird ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,4 Prozent erwartet; für 2022 ein Plus von 2,5 Prozent.

Bei der neuen Prognose für das laufende Jahr seien die jüngsten Beschlüsse zu einer erneuten Verschärfung der Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern bereits berücksichtigt, sagte Altmaier. Für das vierte Quartal war demnach zunächst ein Wachstum von 1,1 Prozent angesetzt worden, das nun auf 0,4 Prozent gesenkt wurde. 

Wohin sich die deutsche Wirtschaft entwickeln könnte
tagesthemen 21:45 Uhr, 30.10.2020, Tom Schneider, ARD Berlin

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Höhere private Ausgaben und Exportanstieg

Im dritten Quartal war das Wachstum nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sowohl von höheren privaten Konsumausgaben und mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Im zweiten Quartal hatte das BIP im Zuge der Corona-Pandemie einen historischen Absturz erlitten und war um 9,7 Prozent zum Vorquartal eingebrochen.

Altmaier rechnet trotz anhaltender Corona-Pandemie für das kommende Jahr mit einer moderaten, aber positiven Entwicklung der Wirtschaft. "Wir stehen an einem Scheideweg, das Pendel kann in die eine oder andere Richtung ausschlagen", sagte er in Berlin. Allerdings habe die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie auch unter Pandemie-Bedingungen wachsen könne.

Gegen Steuererhöhungen und Recht auf Homeoffice

Altmaier warnte vor neuen Belastungen für Firmen und sprach sich gegen Steuererhöhungen aus. Der Minister wandte sich erneut gegen ein von der SPD gefordertes Recht auf Homeoffice. Ein Rechtsanspruch passe nicht in die Landschaft, es sei eher ein "Belastungsmoratorium" für die Wirtschaft notwendig.

Der Minister warnte außerdem indirekt vor einem Gesetz zur Einhaltung von Menschenrecht-Standards in weltweiten Lieferketten, das die Wirtschaft überfordere - darüber streitet die schwarz-rote Koalition seit Wochen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Oktober 2020 um 12:00 Uhr.

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