Mechatroniker bei der Montage

Aufschwung geht 2011 weiter Industrie verspricht 300.000 neue Jobs

Stand: 20.10.2010 11:43 Uhr

Die Unternehmen in Deutschland wollen aufgrund des Wirtschaftswachstums im kommenden Jahr zahlreiche neue Stellen schaffen. "Für das Jahr 2011 rechnen wir mit 300.000 zusätzlichen Beschäftigten und im Durchschnitt mit 2,9 Millionen Arbeitslosen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben. "Die Unternehmen wollen kräftig einstellen", berichtete er bei der Vorstellung einer Konjunkturumfrage unter mehr als 28.000 Firmen.

DIHK erwartet 2011 Wachstum von 2,4 Prozent

Industriearbeiter bei der Montage
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2011 wollen die Unternehmen viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Der DIHK geht davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr um 3,4 Prozent und 2011 um weitere 2,4 Prozent wächst. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in ihrem Herbstgutachten für 2010 ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent und für 2011 ein Plus der Wirtschaftsleistung von 2,0 Prozent prognostiziert. Die Institute gehen davon aus, dass die Zahl der Erwerbstätigen im kommenden Jahr um 216.000 steigt.

Die Bundesregierung legt ihre neue Prognose zur Konjunkturentwicklung und zum Arbeitsmarkt am Donnerstag vor. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte vorab, dass im laufenden Jahr "drei Prozent Wirtschaftswachstum, vielleicht etwas mehr" drin seien. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle geht nach eigenen Angaben davon aus, "dass wir eine drei vor dem Komma schaffen werden". Die Aussagen deuten darauf hin, dass die Bundesregierung in ihrer Konjunkturprognose für 2010 knapp unter der Schätzung der Wirtschaftsforschungsinstitute bleiben könnte.

Unternehmen verbreiten Optimismus

Die Folgen der tiefen Rezession des Jahres 2009 werden nach Einschätzung der Unternehmen bereits im kommenden Jahr überwunden sein. Es spreche viel dafür, dass die Wirtschaftsleistung bereits 2011 wieder an das Niveau aus der Zeit vor der Krise anknüpfen könne, sagte Wansleben. Ursprünglich war damit gerechnet worden, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt erst 2013 wieder den Stand aus der Zeit vor der Wirtschaftskrise erreiche.

Große Erwartungen an steigende Exporte

Der DIHK-Umfrage zufolge beurteilen derzeit 38 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut und nur zwölf Prozent als schlecht. Mit Blick auf die Entwicklung im nächsten Jahr gehen 33 Prozent der Firmen von einer Verbesserung ihrer Geschäftslage aus und elf Prozent von einer Verschlechterung. Eine zentraler Grund für den Optimismus liegt im Außenhandel. 44 Prozent der Unternehmen erwarten demnach steigende Exportzahlen.

Dieses Umfrageergebnis wird durch Angaben Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) untermauert. Der Verband hatte gestern einen Anstieg der Exporte im kommenden Jahr um sieben Prozent prognostiziert. "Im kommenden Jahr bestehen gute Chancen, zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von einer Billion Euro im Export zu erreichen", hatte BGA-Präsident Anton Börner erklärt.

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