Richard Grenell | Bildquelle: dpa

Gespräch über Strafzölle Autobosse treffen US-Botschafter

Stand: 04.07.2018 19:33 Uhr

Die deutsche Autoindustrie wäre besonders stark von einem transatlantischen Handelskrieg betroffen. Führende Manager haben sich deswegen mit US-Botschafter Grenell getroffen - der ihnen eine Lösung skizzierte.

Topmanager der deutschen Autoindustrie haben mit US-Botschafter Richard Grenell über den drohenden Handelskrieg gesprochen. In Industriekreisen war nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa anschließend von einem positiven Zeichen die Rede: "Man spricht miteinander, man ist im Dialog", hieß es demnach.

Die deutschen Manager hätten deutlich gemacht, dass sie sich auch einen Abbau der hohen europäischen Zölle auf Autos aus den USA vorstellen könnten. Diese EU-Zölle belasten heute auch deutsche Autos, die in den USA gebaut und nach Europa importiert werden.

Zoll-Verzicht auf beiden Seiten?

An dem Treffen auf Einladung Grenells nahmen laut dpa-Informationen die Vorstandschefs Herbert Diess (VW), Dieter Zetsche (Daimler), Harald Krüger (BMW) und Elmar Degenhart (Continental) teil sowie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. Unternehmenssprecher wollten sich aber nicht dazu äußern.

Das "Handelsblatt" schreibt, Grenell habe den Managern mitgeteilt, er sei beauftragt, eine Lösung mit Deutschland und der EU zu suchen. Die USA seien zu einem Verzicht auf Autozölle bereit, wenn auch die EU darauf verzichte.

Grenell und mehrere Automanager hatten bereits am 6. Juni bei einer VDA-Vorstandssitzung miteinander gesprochen. US-Präsident Donald Trump hat der EU mit 20 Prozent Importzoll auf Autos und Autoteile gedroht. Das würde deutsche Hersteller besonders treffen. Die EU wiederum droht den USA mit Vergeltungsmaßnahmen mit Milliardenschäden für die US-Wirtschaft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Juli 2018 um 20:00 Uhr.

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