ICE mit neuem Design, grünem Streifen | Bildquelle: dpa

Bahn nach Klimapaket "Spielen nun voll auf Angriff"

Stand: 22.09.2019 12:42 Uhr

Die Deutsche Bahn erhält Milliarden aus dem Klimapaket - und erhofft sich dadurch fünf Millionen zusätzliche Passagiere. Darauf will Konzernchef Lutz mit billigeren Fahrpreisen und neuen Schnellzügen reagieren.

Bis 2030 soll die Deutsche Bahn aus dem Klimapaket der Bundesregierung 20 Milliarden Euro zusätzlich bekommen. Das teilte Bahnchef Richard Lutz in einer Pressekonferenz in Berlin mit - und gab auch bekannt, wofür der Konzern sie ausgeben will.

Demnach ist das bislang größte Wachstums- und Innovationsprogramm der Bahn geplant: "Wir spielen nun voll auf Angriff und Ausbau", umschrieb Lutz das Vorhaben. Elf Milliarden sollen davon allein als Zuschuss zum Eigenkapital fließen - das seien "großartige Nachrichten für den gesamten Sektor und seine mehr als 500.000 Beschäftigten".

Die im Klimapaket vorgesehene Mehrwertsteuersenkung für ICE- und IC-Fahrscheine solle voll an die Kunden weitergegeben werden. Fahrkarten würden dadurch um zehn Prozent billiger, und auch Bahncards profitieren laut Lutz davon. Preiserhöhungen im Fernverkehr werde es zum Fahrplanwechsel im Dezember nicht geben.

Ausbau der Bahn in Metropolregionen

Darüber hinaus verwies die Bahn auf die deutliche Erhöhung der Bundesmittel für den Öffentlichen Personennahverkehr auf eine Milliarde Euro jährlich von 2021 an. Die Mittel sind im Koalitionsvertrag vorgesehen und sollen von 2025 an zwei Milliarden Euro pro Jahr betragen.

Davon komme ein großer Teil dem Ausbau der Nahverkehrssysteme und der entsprechenden Schieneninfrastruktur in den Metropolregionen zugute, erklärte die Bahn. Zudem hätten sich die Spitzen der Bundesregierung darauf verständigt, den Güterverkehr auf der Schiene zu stärken und somit diese Transporte schneller und attraktiver zu machen.

Eine Milliarde Euro für neue Züge

Die Bahn hatte bereits angekündigt, dass man zusätzlich fünf Millionen Passagiere pro Jahr allein durch die Steuersenkung erwarte. Um sie zu befördern, sollen kurzfristig Aufträge für 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge ausgeschrieben werden, die von 2023 an fahren sollen.

Lutz sagte, dies würde voraussichtlich rund eine Milliarde Euro kosten. Es gehe dabei aber nicht um neue Züge vom Typ ICE-4, die Siemens und Bombardier produzieren.

Keine Fahrpreiserhöhung bei der Bahn
Johannes Frewel, ARD Berlin
22.09.2019 13:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. September 2019 um 19:20 Uhr.

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