ICE-Züge stehen in einem Bahnhof | Bildquelle: dpa

Zugverspätungen Bahn zahlt mehr Entschädigungen

Stand: 16.03.2019 11:31 Uhr

Zugreisende mussten 2018 eine Menge aushalten: Jeder vierte Fernzug der Bahn kam zu spät. Das kostet den Konzern deutlich mehr Geld als im Jahr zuvor. Denn immer mehr Reisende nehmen ihre Rechte wahr.

Ein paar Minuten können schon zu viel sein: Kommt der ICE zu spät, ist der Anschlusszug weg, und man wartet eine Stunde oder mehr auf dem Bahnsteig. Wegen solcher Ärgernisse muss die Bahn ihren Kunden immer höhere Entschädigungen zahlen.

Im vergangenen Jahr waren es im Nah- und Fernverkehr insgesamt 53,6 Millionen Euro, wie eine Bahn-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa sagte. Im Vorjahr ließen sich Bahnkunden 34,6 Millionen Euro erstatten.

Nichts geht mehr durch den Streik: Am Münchener Hauptbahnhof warten viele Reisende auf einem Bahnsteig. | Bildquelle: AFP
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Dezember 2018: Nichts ging mehr durch einen Streik bei der Bahn. Am Münchener Hauptbahnhof warteten viele Reisende auf einem Bahnsteig.

Immer mehr Reisende nehmen ihre Rechte wahr

2,7 Millionen Bahnkunden füllten im vergangenen Jahr das Fahrgastrechte-Formular aus, ein Drittel mehr als 2017. Daraus folgt, dass auch die durchschnittliche Entschädigungssumme steigt: Knapp 20 Euro waren es 2018, im Vorjahr noch gut 19 Euro.

Zahlreiche Eisenbahn-Unternehmen sind am Entschädigungssystem beteiligt, nicht nur die Deutsche Bahn. Die größten Summen betreffen aber den Fernverkehr, den bedient fast nur der Staatskonzern.

Jeder vierte Fernzug kam 2018 zu spät. Die Bahn verwies auf viele externe Einflüsse: Stürme, Starkregen, Blitzeinschläge und Trockenheit bremsten die Züge aus. Hinzu kam eine Streckensperrung nach dem Brand in einem ICE und ein Warnstreik im Dezember.

Deutsche Bahn zunehmend durch hohe Verspätungsentschädigungen belastet
tagesschau 20:00 Uhr, 18.02.2019, Christina Heicapell, RBB

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Höhere Entschädigungen im Gespräch

Bei der Entschädigung gilt: Kommt der Reisende mindestens eine Stunde zu spät, erhält er auf Antrag ein Viertel des Fahrpreises zurück. Ab zwei Stunden ist es die Hälfte.

Künftig können sich geschädigte Kunden vielleicht noch mehr Geld zurückholen. Das EU-Parlament fordert, dass schon ab einer Stunde die Hälfte des Fahrkartenpreises fällig wird, ab eineinhalb Stunden dann drei Viertel. Bei mehr als zwei Stunden soll nach dem Willen der EU-Parlamentarier der volle Preis erstattet werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Februar 2019 um 07:00 Uhr.

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