Bertelsmann-Schriftzug vor dem Verwaltungsgebäude in Gütersloh

Kauf von US-Verlag Bertelsmann baut Marktposition aus

Stand: 25.11.2020 17:22 Uhr

Der Medienriese Bertelsmann baut seine Position als weltgrößter Buchverlag weiter aus. Mit dem Kauf des US-Verlags Simon & Schuster sichert sich der Gütersloher Konzern auch Autoren wie Stephen King und John Irwing.

Mit dem Kauf des US-Verlags Simon & Schuster baut der Bertelsmann-Konzern seine Position auf dem internationalen Buchmarkt weiter aus. Die zum Konzern gehörende Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House übernimmt den Buchverlag vom Medienunternehmen ViacomCBS für knapp 2 Milliarden Euro. Das teilte der Medienkonzern in Gütersloh mit. Simon & Schuster hat seinen Sitz in New York und hat unter anderem Autoren wie Stephen King, John Irving oder Hillary Clinton unter Vertrag. Bertelsmann stach damit Rupert Murdochs News Corp aus.

Präsenz auf dem US-Markt stärken

Im April hatte Bertelsmann bereits die restlichen 25 Prozent von Penguin Random House übernommen. Unter dessen Dach soll Simon & Schuster als eigene Einheit weitergeführt werden. Der 1924 gegründete Verlag mit seinen rund 2000 Neuerscheinungen pro Jahr beschäftigt weltweit rund 1500 Menschen und erwirtschaftete 2019 etwa 814 Millionen Dollar Umsatz.

"Simon & Schuster stärkt die Präsenz von Bertelsmann weltweit und insbesondere in seinem zweitgrößten Markt USA", erklärte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe. Er sprach von einem "Meilenstein zur Stärkung des globalen Inhaltegeschäfts". Der Kauf soll demnach aus Barmitteln gestemmt und im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden.

Genehmigung steht noch aus

Der Deal muss aber noch genehmigt werden. Kartellrechtliche Bedenken spielte Rabe herunter. Er sei zuversichtlich, dass die Wettbewerbshüter in den USA und in anderen Ländern dem Kauf zustimmen. Auf dem US-Markt kämen Penguin Random House und Simon & Schuster nur auf einen Umsatzanteil von unter 20 Prozent. Zudem müsse man berücksichtigen, dass der Online-Händler Amazon eine immer größere Rolle auf dem Buchmarkt spiele.

Bertelsmann und seine Fernsehtochter RTL Group spüren derzeit wie alle Medienunternehmen die Folgen der Virus-Pandemie. Der Bertelsmann-Umsatz sank in den ersten neun Monaten insgesamt um 6,3 Prozent auf zwölf Milliarden Euro. Aber Rabe sagte, seit dem Sommer liefen die Geschäfte auf breiter Front sehr gut. "Wir sind in einem starken vierten Quartal."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 25. November 2020 um 17:15 Uhr.

Darstellung: