Bitcoin | Bildquelle: dpa

Nach neuem Rekord Bitcoin nimmt Kurs auf 30.000 Dollar

Stand: 28.12.2020 11:11 Uhr

Über Weihnachten hat der Bitcoin seine Rekordjagd fortgesetzt. Zeitweise knackte die Kryptowährung die Marke von 28.000 Dollar - und nimmt nun die nächste Bestmarke ins Visier.

Nur wenige Tage nach dem Sprung über 20.000 Dollar nimmt der Bitcoin schon die nächste Schwelle ins Visier. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise erreichte am Sonntag auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweise ein Rekordhoch von rund 28.378 Dollar. Der Bitcoin nehme nun Kurs auf die nächste psychologische Hürde von 30.000 Dollar, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Das Niveau von Sonntag konnte die Währung am Montag zunächst nicht halten. Zuletzt lag der Kurs allerdings immer noch bei knapp 27.000 Dollar und damit weiter deutlich über dem Schlusskurs vom Samstag. Auf anderen Handelsplätzen, von denen es zahlreiche gibt, können die Rekordstände abweichen, da es keinen zentralen Bitcoin-Handel gibt.

"Fear of missing out"

"Befeuert wird die Rally derzeit von Privatinvestoren, welche sich über die Weihnachtsfeiertage mit digitalen Talern eingedeckt haben, da die traditionellen Märkte ihre Börsenpforten geschlossen hatten", erklärte Emden.

Allein am langen Weihnachtswochenende kletterte der Kurs der bekanntesten Kryptowährung um rund 4000 Dollar. Spätestens jetzt werde die Stimmung vor allem von "Fear of missing out"-Syndrom getrieben, so der Analyst.

Ein nicht unbedeutender Teil der Anleger habe schlichtweg Angst, etwas zu verpassen. Seit Ende November verteuerte sich die Währung mittlerweile um mehr als 7000 Dollar - ein Plus von etwa 37 Prozent.

Kurseinbrüche möglich

Auch auf das Jahr gesehen ist die Entwicklung gewaltig. Gestartet mit etwa 8000 Dollar, fiel der Kurs während der ersten Corona-Welle im Frühjahr zunächst auf weniger als 4000 Dollar. Danach begann ein langsamer Anstieg, der sich im Herbst stark beschleunigte.

Experten warnen allerdings immer wieder vor den Risiken des schwankungsanfälligen Bitcoin. Ende November etwa hatte er binnen 24 Stunden mehr als 3000 Dollar verloren. Die raschen Kursgewinne würden zunehmend auch Spekulanten und weniger erfahrene Anleger anlocken, die womöglich früher oder später ihr Handtuch werfen werden, betonte auch Emden. Hinter der Cyber-Devise stehen keine Staaten oder Notenbanken. Allein Angebot und Nachfrage regeln den Kurs.

Der Bitcoin gilt mit einem Anteil von rund 70 Prozent als die mit Abstand größte Digitalwährung. Die Marktmarktkapitalisierung beträgt einer Berechnung des Anbieters von Coinmarketcap.com derzeit rund 500 Milliarden Dollar. Alle Digitalwährungen zusammen kommen demnach auf etwas mehr als 700 Milliarden Dollar.

Anleger suchen nach Alternativen

Gründe für den Kursanstieg des Bitcoin in diesem Jahr gibt es viele. Als entscheidend gilt, dass das Thema Digitalwährungen wieder stärker in den Fokus von Anlegern gerückt ist. Dies ist nicht zuletzt eine Folge eines Vorstoßes des großen Bezahldienstes Paypal, der seinen Kunden die Bezahlung in Digitalwährungen wie Bitcoin ermöglichen will.

Beflügelt wird die Devise auch dadurch, dass sich immer mehr professionelle Anleger für Kryptowährungen interessieren. Zuletzt sprang beispielsweise Guggenheim Partners auf den Zug auf - ein US-Vermögensmanager, der für Anleger weltweit fast 300 Milliarden Dollar anlegt. Auch Debatten um regulierte E-Währungen spielen eine Rolle.

Noch gesteigert wird das Interesse an Digitalwährungen durch die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehende stark steigende Staatsverschuldung. Einige Anleger fürchten deswegen eine mittel- bis längerfristig steigende Inflation, wogegen sie sich mit alternativen Anlagen absichern wollen.

Die digitalen Münzen können durch das Bereitstellen von Rechenleistung in der Blockchain "geschürft" werden. Im Code ist eine Art Inflationsschutz eingebaut. Es gibt eine fixe Obergrenze von 21 Millionen Einheiten. In regelmäßigen Abstand wird die Menge der angegeben Bitcoin automatisch halbiert - zuletzt im Mai.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Dezember 2020 um 17:26 Uhr.

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