Boeing-Chef Dennis Muilenburg | Bildquelle: REUTERS

Nach Flugzeugabstürzen Boeing sieht Fortschritte bei 737 Max

Stand: 29.04.2019 20:53 Uhr

Weiter ist unklar, wann die 737 Max wieder starten darf - doch Boeing sieht sich dank Software-Update auf einem guten Weg: Das Flugzeug werde "eines der sichersten sein, die je geflogen sind".

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Boeing-Chef Dennis Muilenburg begann die Aktionärsversammlung mit einer Gedenkminute für die insgesamt 346 Opfer der beiden Flugzeugunglücke in Indonesien und Äthiopien. Anschließend richtete er den Blick nach vorn: Auf dem Weg zur Wiederzulassung der gesperrten 737 Max komme sein Unternehmen gut voran. Boeing habe bereits 146 Testflüge und 246 Flugstunden mit einer neuen Software absolviert.

Diese soll künftig vermeiden, dass die Nase des Flugzeugs aufgrund eines fehlerhaften Sensors nach unten gedrückt werde. Wörtlich sagte Muilenburg, die Boeing 737 Max werde "eines der sichersten Flugzeuge sein, die jemals geflogen sind". In den kommenden Wochen absolviere man Testreihen mit Vertretern der Flugaufsichtsbehörden aus den USA und der EU.

Ein Arbeiter steht neben einer Boeing 737 Max 8 | Bildquelle: AP
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Nach zwei Abstürzen müssen die 737-Max-Maschinen derzeit am Boden bleiben. Die US-Luftfahrtbehörde FAA muss das Software-Update genehmigen, bevor sie wieder abheben dürfen.

Aktionäre wegen drohender Folgekosten besorgt

Dennoch konfrontierten sowohl die Aktionäre als auch die Medien den Boeing-Chef mit kritischen Fragen. Muilenburg wies Berichte zurück, Boeing habe Sicherheitsfragen vernachlässigt, um die neuen Flugzeuge möglichst schnell auf den Markt zu bringen.

Die Aktionäre sind auch über die drohenden Folgekosten besorgt: Schon jetzt muss Boeing eine Milliarde Dollar Mehrkosten tragen. Hinzu kommen Schadenersatzforderungen der betroffenen Fluggesellschaften und der Hinterbliebenen der Opfer. Der Aktienkurs von Boeing hat seit dem zweiten Absturz knapp 15 Prozent an Wert verloren.

Pilotenverband kritisiert Nachschulungspläne

Nach dem Software-Update für die 737 Max sind auch Trainings mit der aktualisierten Software vorgesehen. Der Pilotenverband von American Airlines (APA) kritisiert jedoch, diese seien nicht gründlich genug. So hatte etwa ein von der US-Luftfahrtbehörde FAA eingesetztes Expertengremium empfohlen, eine Computerschulung sei ausreichend und ein Simulatortraining nicht notwendig. Der Pilotenverband erklärte dagegen, ein kurzer Computerkurs gebe den Piloten nicht genug Vertrauen, um das Flugzeug wieder guten Gewissens fliegen zu können.

Nach Flugzeugabstürzen - Boeing-Chef stellt sich Aktionären
Martin Ganslmeier, ARD Washington
29.04.2019 19:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. April 2019 um 17:22 Uhr.

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