Eine Boeing 737 MAX 8 auf einen Rollfeld | Bildquelle: picture alliance / Dirk Waem/BEL

Maschinen des Typs 737 Max Boeing räumt Fehler beim Simulator ein

Stand: 19.05.2019 02:23 Uhr

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat Fehler bei der Flugsimulationssoftware für seine Maschinen vom Typ 737 Max eingeräumt. Bei zwei Abstürzen von Flugzeugen des Typs waren 346 Menschen ums Leben gekommen.

In der Flugsimulations-Software für Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max gibt es Softwarefehler, wie der US-Flugzeugbauer berichtet. Mittlerweile habe Boeing Korrekturen an der Software vorgenommen und die Nutzer darüber informiert, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur AFP mit. Damit solle sichergestellt werden, dass die Flugsimulation "repräsentativ für verschiedene Flugbedingungen" sei. Damit räumte Boeing erstmals ein, dass es einen Konzeptionsfehler in einer Software zu den Maschinen vom Typ 737 Max gab.

Mit der betreffenden Software werden Piloten ausgebildet. Die inzwischen vorgenommene Änderung betrifft dem Unternehmen zufolge die Bedienung eines nur selten verwendeten manuell bedienbaren Steuerrads, mit dem der Flugwinkel der Maschine verändert werden kann. Boeing zufolge war die Flugsimulationssoftware nicht in der Lage, bestimmte Flugbedingungen zu simulieren, die denjenigen ähneln, die bei dem Absturz der beiden 737-Max-Maschinen im März und Oktober herrschten.

Zwei Abstürze binnen weniger Monate

Im März war eine Boeing 737 Max 8 der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines abgestürzt. Alle 157 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Im Oktober 2018 starben beim Absturz einer Boeing 737 Max 7 vor der Küste Indonesiens 189 Menschen. In beiden Fällen besteht der Verdacht, dass das Stabilisierungssystem MCAS für die Unglücke verantwortlich sein könnte.

Als Reaktion hatten im März immer mehr Staaten ein Flugverbot für den Maschinentyp verhängt, bis Boeing ihn selbst aus dem Verkehr zog und umfangreiche Prüfungen verordnete.

Jüngst Software-Update angekündigt

Erst diese Woche hatte Boeing mitgeteilt, dass das Unternehmen ein Update der Stabilisierungssoftware für die 737-Max-Maschinen abgeschlossen habe. Insgesamt seien 207 Flüge mit einer Gesamtdauer von 360 Stunden mit dem aktualisierten System geflogen worden.

Bevor die 737 Max den Flugbetrieb wieder aufnehmen kann, muss die US-Luftfahrtbehörde FAA einer Wiederzulassung zustimmen. 

Boeing räumt Probleme mit 737 MAX-Flugsimulatoren ein
Jan Bösche, ARD Washington
19.05.2019 06:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Mai 2019 um 05:00 Uhr.

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