Eine Boeing 737 MAX 9  auf dem Rollfeld des Boeing-Werks in Renton, USA | Bildquelle: AFP

Folgen der 737-Max-Krise Boeing rutscht tief in rote Zahlen

Stand: 10.10.2019 09:43 Uhr

Vom Überflieger zum Bruchpilot: Das 737-MAX-Debakel hat im abgelaufenen Quartal dem US-Flugzeugbauer einen hohen Milliardenverlust eingebrockt. Der Umsatz brach um über ein Drittel ein. Eine Prognose für das restliche Jahr wagte Boeing nicht.

Nachdem in den ersten drei Monaten des Jahres die Probleme mit der Unglücksflieger-Baureihe nur Schrammen in der Bilanz hinterließen, schlugen sie im zweiten Quartal nun voll durch. Erstmals seit langem machte Boeing Verluste - Milliardenverluste. Unterm Strich stand ein Defizit von mehr als 2,9 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro umgerechnet). Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar gegeben.

Analysten hatten allerdings noch schlechtere Zahlen befürchtet. Sie hatten im Schnitt mit einem Verlust von 3,5 Milliarden Dollar gerechnet. Boeing hatte wegen des Flugverbots schon vor einigen Tagen eine Sonderbelastung von 4,9 Milliarden Dollar nach Steuern für das zweite Quartal angekündigt.

Weitere Kursinformationen zu Boeing

Umsatz bricht weg

Weil Boeing seinen bis dato meistbestellten Flugzeugtyp seit Mitte März nicht mehr ausliefern kann, brach auch der Umsatz ein - um 35 Prozent auf 15,75 Milliarden Dollar. Ursprünglich wollte Boeing in diesem Jahr rund 900 Passagier- und Frachtmaschinen ausliefern. Von diesem Ziel hat sich der Flugzeugbauer längst verabschiedet. Boeing hatte im April seine Prognose für Auslieferungen, Umsatz und Gewinn bereits kassiert.

Einen neuen Jahresausblick wagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg wegen der hohen Ungewissheit hinsichtlich einer Wiederzulassung der Maschinen nun nicht. Es ist immer noch völlig unklar, wann die technischen Fragen bei der MAX-Reihe gelöst sind und das Flugverbot aufgehoben wird. Einige Experten rechnen damit, dass die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Unglücks-Baureihe den Rest des Jahres am Boden bleiben muss.

ARD-Börse: Boeing-Desaster - gut für Airbus?

24.07.2019 17:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Wie lange dauert noch das Flugverbot?

Boeing ist mit Klagen und Ermittlungen konfrontiert. Der Konzern wird verdächtigt, die 737 MAX wegen des harten Konkurrenzkampfs überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing bestreitet dies zwar, hat aber Pannen eingeräumt. Untersuchungsberichte deuteten auf eine fehlerhafte Steuerungssoftware als Absturzursache hin. Beim Absturz zweier 737-MAX-Flugzeuge im Oktober und März 2018 waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen.

ARD-Börse: Boeing hat Software überarbeitet - Flugzeuge bleiben aber am Boden

24.07.2019 17:18 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Den Milliardenverlust von Boeing sehen die Anleger gelassen. Die Aktien des US-Flugzeugbauers geben vorbörslich knapp ein Prozent nach. Seit Beginn der Krise Anfang März haben die Titel gut 15 Prozent verloren.

nb

1/9

Vom Doppeldecker zum Dreamliner

Boeing 247D

Die ab Mitte 1932 gebaute zweimotorige Boeing 247 gilt als eines der ersten modernen Flugzeuge seiner Art. Die B-247 war neben einem Autopiloten auch mit einer Enteisungsanlage, einem Einziehfahrwerk sowie Verstellpropellern und mit verkleideten und an der Tragflügelvorderkante angebrachten Motoren ausgerüstet. Sie bot neben drei Besatzungsmitgliedern Platz für zehn Passagiere. Allerdings wurden nur 75 Exemplare verkauft, darunter zwei an die Lufthansa.

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Juli 2019 um 23:19 Uhr.

Darstellung: