Ein Mercedes-Stern steht am Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen | Bildquelle: dpa

Quartalszahlen in Corona-Zeiten Ergebnis von Daimler bricht ein

Stand: 23.04.2020 07:06 Uhr

Die Corona-Pandemie hinterlässt bei Daimler die erwartet deutlichen Spuren in der Bilanz. Das Ergebnis des Autobauers bricht ein, eine Prognose ist nicht möglich. Immerhin ist Daimler noch flüssig.

Von Januar bis März brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 78 Prozent auf 617 Millionen Euro ein, wie daimler mitteilte. Den ursprünglichen Jahresausblick kippte Daimler, nachdem der Konzern schon Mitte März auf die nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen der Viruspandemie hingewiesen hatte.

Die Auswirkungen auf Nachfrage, Lieferketten und Produktion könnten nicht sicher und detailliert eingeschätzt werden. Der Konzern gehe aber davon aus, dass Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis in diesem Jahr jeweils unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden.

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Erst mal flüssig bleiben

Die Finanzierungstochter Daimler Mobility, über die Kredit- und Leasingverträge für die Fahrzeuge laufen, traf wegen der Krise eine Risikovorsorge von 400 Millionen Euro. Der Ergebnisrückgang in diesem Jahr werde auch zu einem Rückgang des Cash Flow des Industriegeschäfts führen.

Ola Källenius
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Ola Källenius, Vorstandschef bei Daimler

Finanzvorstand Harald Wilhelm hatte bereits Anfang April erklärt, angesichts der Krise habe das Absichern der Liquidität oberste Priorität. Kürzlich sicherte sich das Unternehmen eine Kreditlinie bei Banken über zwölf Milliarden Euro.

"Angesichts des Umstands, dass wir umfassende Maßnahmen zum Schutz unseres Barmittelbestands getroffen und unsere finanzielle Flexibilität erhöht haben, sind wir zuversichtlich, für die Zeit während und nach der Krise gut positioniert zu sein", erklärte Daimler.

Sparprogramm wird beschleunigt

Tiefe Bremsspuren durch die Corona-Krise hatten sich schon beim Absatz gezeigt: Die Pkw-Tochter Mercedes-Benz verkaufte im ersten Quartal weltweit 15 Prozent weniger, im Lkw-Geschäft brachen 20 Prozent Absatz weg. Die Produktion bei Daimler lief in dieser Woche in Europa nach vier Wochen Zwangspause erst wieder langsam an. Die Autohäuser öffneten.

In China hat sich die Fertigung schon wieder normalisiert. Wilhelm hatte angekündigt, das im November angekündigte Kostensenkungsprogramm werde wegen der Corona-Krise beschleunigt.

ts/rtr

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. April 2020 um 05:00 Uhr.

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