Negativer Verlauf der Dax-Kurve | Bildquelle: REUTERS

Kursverluste gehen weiter Der DAX stürzt ab

Stand: 16.03.2020 11:16 Uhr

Die überraschenden Maßnahmen der US-Notenbank Fed können die internationalen Aktienmärkte nicht beruhigen, obwohl auch andere Notenbanken die Geldpolitik weiter lockern. Der Dax fällt weit unter die Marke von 9.000 Punkten zurück.

Der deutsche Leitindex büßt am Vormittag mehr als sieben Prozent ein und fällt auf rund 8.500 Punkte. Von Erleichterung angesichts der schnellen Hilfe der US-Notenbank Fed ist nirgendwo etwas zu sehen. Auch die japanische Notenbank und andere Notenbanken lockern die Geldpolitik weiter. Trotzdem sacken die Börsen weltweit von Tief zu Tief. Der japanische Leitindex Nikkei verlor gut 2,5 Prozent. In China ging es für den CSI mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen um 4,3 Prozent nach unten. In London stürzt der FTSE 100 um etwa sechs Prozent ab, der EuroStoxx 50 büßt beinahe acht Prozent ein.

"Alle Maßnahmen verpuffen"

"Eine wirkliche Erholung muss mit einem Aufwärtsimpuls beginnen. Das Zerschlagen des Bodens mit einem Unterschreiten von 8.696 Punkten heute Morgen ist eine folgenschwere Entwicklung", kommentiert Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Bis zu einer neuen Bodenbildung könne es laut Stanzl gut ein halbes Jahr dauern, wenn nicht noch länger. "Alle Maßnahmen der Regierungen und Zentralbanken sind zumindest bislang an den Märkten verpufft. Jetzt warten alle auf den Höhepunkt bei den Infektionszahlen - nicht auf die nächste geldpolitische Unterstützung", so das Fazit des Experten Stanzl.  

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"Das kreischende Abbremsen der weltweiten Konjunktur ist zu beängstigend, als dass die US-Notenbank noch beruhigen könnte", schrieb Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank. Selbst Nullzinsen könnten massive Verluste der Unternehmen und Einkommensausfälle von Beschäftigten nicht aufwiegen.

Nicht nur am Aktienmarkt geht es immer weiter talwärts. Auch der Ölpreis findet keinen Halt, obwohl US-Präsident Donald Trump hatte Maßnahmen zur Stützung der Ölpreise angekündigt hatte. Laut aktuellen Meldungen bereiten sich die USA derzeit darauf vor, in den kommenden zwei Wochen 77 Millionen Barrel Rohöl auf dem Markt zur Aufstockung der Notfallreserve des Landes zu kaufen.

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Der Dollar sinkt

Die überraschende Zinssenkung durch die US-Notenbank hat den Euro letztlich doch gestützt. Die Gemeinschaftswährung übersprang am Vormittag die Marke von 1,12 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,1201 Dollar, nachdem sie in der vergangenen Nacht ihre zwischenzeitlichen Gewinne fast eingebüßt hatte. Das Tageshoch hatte bei 1,1237 Dollar gelegen.

"Die US-Notenbank ist mittlerweile voll im Krisenmodus - wie im Jahr 2008", schrieb Analyst Bernd Krampen von der NordLB. "Dem Statement der Federal Reserve lässt sich entnehmen, dass dieses Leitzinsniveau so lange beibehalten werde, bis die Wirtschaft des Landes die Auswirkungen des Coronavirus überstanden habe und den von der Fed angestrebten Pfad maximaler Beschäftigung und der Einhaltung der Preisziele zurückgekehrt sei."

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Insgesamt flüchteten die Anleger an den Finanzmärkten in diesem Umfeld aus risikobehafteten Anlagen, während deutsche Staatsanleihen gefragt waren.

ts

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. März 2020 um 12:00 Uhr.

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